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Letzte Frage im August

Herr Kummer weiß Antwort

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Lieber Herr Kummer, ich bin fest entschlossen, mir das Rauchen abzugewöhnen. Ist das eine gute Idee? Und wie sollte ich da am besten vorgehen?

Nachdem du in deinem Leben viel Geld in Tabak investiert hast, Hass und Erniedrigungen von Seiten der Nichtraucherlobby ertragen musstest, vor Restaurants und Clubs bei Kälte und Nässe tapfer geraucht hast, möchtest du nun also dein geliebtes Hobby aufgeben. Ob das eine gute Idee ist, wird sich zeigen. Etwa 80 Prozent derjenigen, die sich das Rauchen abgewöhnt haben, setzen in kurzer Zeit richtig viel Speck an. Im Durchschnitt sind es mindestens sieben Kilogramm. Die ehemaligen Raucher essen ständig aus purer Langeweile, sie belohnen sich in allen Lebenslagen aber nicht mehr mit Nikotin, sondern mit Torten, Bonbons und Speiseeis. Nicht nur geistige Leistungsfähigkeit und gute Laune, sondern auch der Stoffwechsel im Körper wird durch das Rauchen angekurbelt, durch fehlende Nikotinzufuhr hingegen leider gedrosselt. Raucher verbrennen, auch bei völliger Körperruhe, am Tag 200 bis 300 Kalorien mehr als Nichtraucher. Der Nikotin-Entzug hat noch weitere Folgen. Häufig kommt es zu Kopfschmerzen, Nervosität, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit. Zusammenfassend kann man sagen, als Nichtraucher wirst du geistig unflexibler, dick und schlecht gelaunt, dein Darm spielt verrückt und du hast Schlafstörungen.

Aber was soll man machen, die Leute sagen, das Rauchen gehöre in ein anderes Jahrhundert, es verursache eklige Krankheiten, belästige das Umfeld, lasse die Zähne gelb und die Haut faltig werden. Wer heutzutage noch raucht braucht ein dickes Fell, ihm muss das Rauchen Freude machen, obwohl oder gerade weil es so ungesund ist, gesellschaftliche Ächtung und finanzielle Belastung müssen ihm egal sein. Denken wir an Helmut Schmidt, er hatte vier Bypässe und einen Herzschrittmacher und rauchte dennoch majestätisch bis an sein Lebensende. Nicht jedem ist es gegeben so unbeirrt gegen den Zeitgeist anschwimmen zu können und es ist keine Schande sich dessen bewusst zu sein.

Wenn du fest entschlossen bist, dir das Rauchen abzugewöhnen, empfehle ich die Schlusspunktmethode kombiniert mit einer Geldwette und dem Verzehr eines Spezialkuchens. Dieses Antirauchprogramm bedeutet, der aufhörwillige Raucher legt an einem mit dem Wettpartner festgelegten Datum schlagartig die Zigaretten weg. Wie wir alle wissen, ist Angst ein sehr guter Ratgeber, es wäre also wünschenswert, wenn die Summe, die man im Falle eines Scheiterns an den möglichst gewalttätigen Wettpartner zahlen muss, gewaltig ist. Einige tausend Euro und vielleicht noch eine drohende Tracht Prügel sind eine hilfreiche Motivation beim Nichtrauchen. Nun zum Spezialkuchen.

Dieses Backwerk besteht aus Eiern, Mehl, Margarine und einer ordentlichen Prise Schlaftabletten und sollte die einzige Nahrungsquelle in den ersten Tagen des Nichtraucherlebens sein. Der regelmäßige Verzehr der Kuchenstücke sorgt für einen den Toten ähnlichen Dauerschlaf, so können die ersten Nichtraucherwochen elegant überbrückt werden. Um gar nicht erst in alte Routinen und Gewohnheiten zurückzufallen, ist weiterhin zu empfehlen, sich von seinen Freunden und Lebenspartnern zu trennen und optimalerweise seine Heimatstadt für ein paar Jahre zu verlassen. Eigentlich gar nicht so schwer mit dem Rauchen aufzuhören und ich verabschiede mich an dieser Stelle mit den besten Wünschen für das neue Nichtraucherleben.

Foto: by_Barbara Eckholdt_pixelio.de

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