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20 Tage wach

Atomino wird 20

Veröffentlicht am:

Ankathie Koi

Das Atomino feiert seinen 20. Geburtstag. Grund für eine große Party, aber denkste, im Kellerklub wird die Konfettikanone abgerüstet. Stattdessen lädt das Team zu einer langen Reise durch die Atomino-Geschichte.

Täglich zu öffnen ist für Clubs außerhalb von London, Berlin oder New York eher ein albernes Unterfangen. Trotzdem wagt das Atomino dieses weltstädtische Format. 20 Jahre – 20 Tage lautet die Formel und soll an 20 aufeinander folgenden Abenden einen Rück- und Ausblick auf die eigene Geschichte gewähren. Gelegenheit also für alle Atomino-Fossilien in Erinnerungen zu schwelgen, aber auch für Newcomer den Club besser kennenzulernen. Einst beliebte Abendformate wie der Demokratische Plattenspieler, bei dem jeder seine Vinylschätze mitbringen und an einem der vier Plattenspieler zu Gehör bringen kann, oder der Poetry Slam, der für Chemnitz im Atomino geboren wurde, kehren zurück, genauso wie die längst verflossenen Partyideen Citylights und Kode Dubstep. Neu ist der Filmsonntag. Am 6., 13. und 20. Oktober werden Filme laufen, deren Protagonisten entweder lange an der Atomino-Bar gestanden haben (Roadcrew) oder sich im Backstage verewigt haben (We are Modeselektor).

Ganz besonders flashbackig werden jedoch die Dienstage: Am 1. Oktober gibt es ein gemeinsames Picknick auf der Wiese am Schloßteich, wo alles begann. Also nicht auf der Wiese, sondern in der alten Fabrik, die einst dort stand. Am 8. Oktober stellt sich die Atomino-Crew den kritischen Fragen von Frau Eisner und Herrn Geißler. Wie konnte es so weit kommen? Und am 15. Oktober erscheint dann tatsächlich auch noch ein Buch, das diese 20 Jahre in Bild und Text Revue passieren lässt. Streng limitiert ist das Werk, hochwertig aufgemacht und an diesem Tag erwerbar. Natürlich finden auch nach wie vor aktuelle Veranstaltungsdaten ihren Platz im Geburtstagsprogramm. Bingo, Dutty Wine, King Kong Kicks, Endlich Mittwoch – viele dieser Formate sind zwar noch nicht so alt wie der Club selbst, haben aber auch schon mehr als ein Jahrzehnt Lebenszeit hinter sich.

Aber ganz ohne große Show kommt man im Atomino letztendlich doch nicht aus. Für den 12. Oktober ist eine große Gala anberaumt, für welche die wunderbar schräge Ankathie Koi (Foto) engagiert wurde. Die in Wien beheimatete Künstlerin klingt wie als würden Kate Bush und Cyndi Lauper einen von Peaches geleiteten Aerobic-Kurs besuchen, wo Stevie Nicks Madonna gerade in der Garderobe erklärt, dass sie sich doch bitte einmal locker machen soll, während drinnen schon ausgelassen zu David Bowie getanzt wird. Das klingt dann doch nach Konfettikanone.

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