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Cool und trendy

Blond veröffentlichen EP Trendy

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Blond Trendy

Jetzt ist es offiziell.  Und wir haben ja schon nach der ersten EP vor gut anderthalb Jahren irgendwie auch ein bisschen geahnt, wie es kommen wird: Blond sind Trendy und wir sind nicht cool genug. Da hat das Chemnitzer Band-Trio auch keine Mühe gescheut, extra einen Song zu schreiben, um uns das zu sagen. Und schon fühlt man sich wieder wie das letzte Kind an der Schulbushaltestelle, das noch Bugs-Bunny-Sweater trägt, und vor einem sitzen so abgeklärte Jungmusiker und beäugen skeptisch, ob man die neue Platte überhaupt kaufen dürfen sollte.

Diese neue Platte – eine EP mit dem Titel „Trendy“ – legen Blond im Oktober mit dem Record Release am Freitag den 13. im Atomino vor. Darauf sind sechs neue Tracks der Band und jetzt noch drei mehr zu machen, dass das als Album durchgeht, halten Lotta, Nina und Johann für Quatsch. Die Songs waren fertig und wenn man bei Spotify, Instagram und Facebook aktiv ist, braucht´s auch keine LP-Pressung. So sieht sie aus, die neue Generation Musiker. Nicht mal Bier im Probenraum und trotzdem so abgeklärt, dass sie ihr Ding machen ohne auf den Durchbruch zu schielen - denn was soll das eigentlich sein. Festivals und Konzerte spielen sie jetzt schon reichlich. Im Fernsehen waren sie auch schon. Im Oktober geht's wieder los. Auftakthighlight ist das Konzert am 30.9. im Dresdener Schlachthof als Support von Von Wegen Lisbeth, danach sind sie auf elf Terminen ihr eigener Headliner. Sollte man sich anschauen, meint die Band selbst, denn ihre große Stärke sehen sie im Liveauftritt mit Showelementen, Choreo und natürlich den abgefahrenen Outfits. Trendy eben.

Die neue EP will das Irgendwieandersimage, in das Blond sich hüllen, auch in die Songs bringen. Die Texte sind folglich auch thematisch etwas anders. Während sich „It-Girl“ und „Not Cool Enough“ eher klassischen Pop/Rock-Topoi widmen, empfiehlt der Titel „Book“ (Video siehe unten)) doch erstmal das Buch zu lesen, bevor man jemanden zum Film einlädt. Und - Highlight! - bei „Spinaci“ geht's um Spinat auf den Zähnen. Das ist auch der erste und einzige Blond-Titel in deutscher Sprache und man muss sagen, das geht überraschend gut und erinnert mit seiner rotzigen Albernheit an die späten Ärzte, bleibt aber angenehm edgy. Stellenweise würde man sich diese Edgyness im Indie-Pop-Teppich ein bisschen öfter wünschen. Wo „Don’t Bug Me“ seine drivigen Americana-Strophen und „Schmusi“ sein waviges Intro spielt, ist Blond spätestens im Refrain wieder auf Linie. Trotzdem bleibt „Trendy“ eine lohnenswerte Anschaffung nach einem dieser berüchtigten Liveauftritte oder wahlweise als Ersatz für Menschen, die lieber im Internet bestellen als rauszugehen. Vielleicht werden wir ja beim Hören endlich cool genug.

Recordrelease am 13. Oktober im Atomino

Text: Michael Chlebusch

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