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Kaffee in der Werkstatt

Bohnenmeister zieht um

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Bohnenmeister Matthias Dallinger zieht in die ehemaligen Wirkbau-Werkhallen. Dort entsteht nicht nur eine größere Kaffeerösterei, von nun ab wird es seine Produkte auch in flüssiger Form dort geben.

Bohnenmeister Matthias Dallinger wagt sich in große Halle

Matthias Dallinger spricht über Kaffee wie andere über Wein. Kaffee aus Guatemala schmeckt anders als Bohnen aus dem Sudan, Vulkanböden wirken sich auf den Geschmack ebenso aus wie die Sonneneinstrahlung und Wasservorkommen. Der Vergleich mit Wein kommt nicht von Ungefähr: „Kaffee hat mindestens genauso viele, wenn nicht sogar mehr Aromen als Wein“, sagt Dallinger.

Wie viel von diesem Aroma letztendlich in der Tasse landet, hängt stark davon ab, wie die Bohne geröstet wird. Totrösten kann man alles, erklärt das Dallinger, so könne man die wertvollste Kaffeebohne nach Ruß schmecken lassen. Er jedoch beschäftigt sich umfassend damit, dass Beste aus dem Grundstoff herauszuholen. Mit Erfolg. Er ist nicht nur Mitglied der Deutschen Röstergilde, sondern räumt mit seinen Mischungen und Röstungen auch Preise ab. Erst in diesem Jahr errang er bei einem Verkostewettbewerb der Röstergilde zwei begehrte Goldmedaillen für seine Kreationen.
Doch auch wenn Matthias Dallingers geröstete Kaffeebohnen über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung finden, so will der Bohnenmeister vor allem die Chemnitzer mit seinen Produkten ansprechen, denn diese machen den Großteil seiner Kundschaft aus.

Um die Kundschaft auch angemessen mit frischem Kaffee zu versorgen, zieht der Bohnenmeister nun seinem kleinen Geschäft mit Rösterei an der Zschopauer Straße ins Erdgeschoss des Wirkbau-Glockenturmes an der Annaberger Straße, Ecke Lothringer Straße um. 400 qm Platz stehen ihm und seinen drei Mitarbeitern nun zur Verfügung. „Aktuell liegt der Fokus auf der Produktion, dafür ist die Lage gut“, erklärt Dallinger. Er wolle sein Konzept nun aber ausweiten und seine Kreationen auch ausschenken und zwar an dem Ort, an dem sie auch entstehen. Es gibt quasi den Kaffee direkt in der Werkstatt. „Ich will nicht mit dem Bild des Kaffeesachsen oder des Blümchenkaffees spielen, sondern meinen Kaffee könnte es genau so in Berlin und New York geben“, sagt der Geschäftsmann. Das solle sich auch in der Optik seines neuen Domizils widerspiegeln. Wie er erklärt, legt er darauf Wert, den Industriecharme der ehemaligen Werkshalle zu erhalten, seine Rösterei mit Kaffee solle sich dort einfügen.

Und wann geht’s los? Sobald die Genehmigung der Behörden da sind, soll der „Bohnenmeister“ am neuen Standort eröffnet werden. Matthias Dallinger hofft darauf, noch in diesem Monat eröffnen zu können. Bis zum 9. Dezember sollte alles fertig sein, denn dann veranstaltet er in seinen neuen Räumen ein Fest mit Kaffee und Stollen.

Text: Sarah Hofmann Foto: Michael Chlebusch

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