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Ecken und Enden: Der schlafende Riese

Teil Fünf: Der Schlafende Riese

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Teil Fünf: Der Schlafende Riese

Dieses Mal blicken wir von der Spinnerei, der Sanitätsstelle und der Boulderlounge hinein in das verwinkelte und mit seiner schieren Ausdehnung bereits beeindruckende Gelände der ehemaligen VEB Spinnereimaschinenbau.

Vorbei ist die Zeit als hier vor Ort Ringspinnmaschinen, Baumwollkämmaschinen, Bandwickelmaschinen und Haushaltwäschemangeln für den Konsumgüterbedarf hergestellt, montiert und verpackt wurden. Die Spuren jener industriellen Nutzung sind jedoch immer noch allgegenwärtig.

Doch wie baut man ein Industrieareal von 4,7 Hektar Größe mit insgesamt 11 ein- bis sechsgeschossigen Gebäuden zurück und um? Wie gibt man ihm eine neue Bestimmung zwischen pragmatisch-wirtschaftlichen Abwägungen, visionären Konzepten und den möglichen Erfordernissen für Kunst und Kultur? Das ehemalige Gelände der VEB Spinnereimaschinenbau ist ein Ort von Umbrüchen und Übergängen. Es ist ein agiles, faszinierenders und gleichzeitig ein noch vor sich hin dämmerndes Areal. Ein schlafender Riese.

Mit Bedacht und auf leisen Sohlen, aber auch springend und schreiend, schauten unsere 371 Redakteure und Redakteurinnen auf eine Stippvisite vorbei.

Text: Rene Szymanski, Foto: Maik Irmscher


Lisa zwischen den Büchern
Der eine schätzt die Freiheiten und den Charme der Brache, der andere erinnert sich gern an schöne Zeiten der Chemnitzer Industriekultur: Timo Stocker und Rainer Schulze sind beide schon lange Zeit mit dem Spinnereimaschinenbau verbunden.

Beate und ein Wandgemälde aus ferner Zeit
Wer einen Nachmittag in der Boulderhalle auf der Altchemnitzer Straße verbringen möchte, schlendert auf dem Weg dorthin unverhofft an einem Wandbild von Will Schestak aus dem Jahr 1959 vorbei. Direkt am Treppenaufgang zum ehemaligen Speisesaal des VEB Spinnereimaschinenbaus prangt groß, in mittlerweile blassen Farben, ein Prachtstück schönster DDR-Auftragskunst.

Zwei Literaten zu Gast in Chemnitz
Für die Arbeit an einem Literaturmagazin* sind wir aus Frankfurt a.M. nach Chemnitz gekommen. Wir wollen Eindrücke sammeln von Spuren eines vergangenen Systems und dem Übergang in die alternativlose Welt des Spätkapitalismus.

Szymmi blickt zurück mit Harald Szymanski
Wie es wirklich war, damals in der Spinnereimaschinenfabrik zu arbeiten und was passierte, wenn es Ketchup im Betriebkonsum gab, hat Szymmi bei Harald Szymanski erfragt.

Michael und das Treffen der Riesen
Sollte man schlafende Riesen wecken? Unbedingt, meint zumindest ein EU-Projekt, innerhalb dessen sich auch das Gelände des Spinnereimaschinenbaus in die Phase des traumbelebten REM-Schlafs begeben soll.

Jan und die Welt der Arbeit
1839 wurde die „Sächsische Maschinenfabrik“ an der Altchemnitzer Straße gegründet. Nach erfolgreichen Jahren als Produzent von Lokomotiven, Werkzeug- und Spinnereimaschinen schlitterte das Unternehmen nach dem 1.Weltkrieg in eine peinliche Pleite. Die stolze Maschinenfabrik wurde zerschlagen.

Szymmi blickt aufs Jetzt mit Klaus Hirsch
Was die Spinnwerk GmbH&Co KG mit der Chemnitzer Brache alles vor hat, hat Szymmi im Gespräch mit Geschäftsführer Klaus Hirsch herausgefunden.

Nina kennt keine Gnade
Die Lasertag-Halle im Spinnereimaschinenbau ist beeindruckend groß und verwinkelt. Es ist dunkel und die Wände sind mit Neonstreifen beklebt. Das Schwarzlicht erhellt alles in einem eigenartigen Licht.

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