Magazin

Die Kulturkartografen

Der Verein Bordsteinlobby

Veröffentlicht am:

Der Verein Bordsteinlobby macht sich für Sichtbarkeit und Vernetzung von Chemnitzer Projekten stark und plant unter anderem ein Festival in vier Vierteln.

Der Verein Bordsteinlobby macht sich für Sichtbarkeit und Vernetzung von Chemnitzer Projekten stark und plant unter anderem ein Festival in vier Vierteln.

Chemnitz, die Straßen teils zehn Meter breit, und trotzdem oft gar nicht mal so zugänglich. Hier gibt's nicht das eine Viertel, in das geht, wer Kultur sucht. Es gibt hier im Grunde genommen einen Kiez verteilt auf dutzende Stadtteile. Das mussten auch die Gründer des Bordsteinlobby e.V. feststellen, als sie zum Studium in die Stadt kamen. Sie fanden sich, sagen Lisa, Viki und Octavio vom Verein, als ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der Lust hatte, die Stadt zu gestalten. Aus der Idee für ein Festival wurden ganz viele Ideen und im Mittelpunkt stand, was nun auch Titel des Festivals werden soll: Staunen.

Staunen wird im nächsten Frühjahr eine Entdeckerreise an den Küsten der Stadt. Es kartiert die Chemnitzer Kultur- und Mitmachszene. Vom Komplex-Theater, bis zum Radio T, vom Fablab bis zum Odradeck. Es will an vier Tagen vier Orte besuchen und Akteure aus allen Stadtteilen mitnehmen und eine Bühne bieten. Der Programmplan enthält dann einen Stadtplan, mit dem Interessierte und Neuangekommene auch später noch zum Ziel finden.
Im Grunde geht's dem Verein, den es seit dem letzten Herbst gibt, darum, Blasen platzen zu lassen. Die Blasen, in denen wir, bewusst oder nicht, gern mal Leben und arbeiten. Sowohl die Macher*innen als ihr Publikum will der Bordsteinlobby miteinander und untereinander vernetzen - wobei die Grenzen da natürlich fließend sind und sein sollen. Wie sieht das konkret aus? Eine erste Aktion gab's mit dem Schaukelfest „Luftraum“ auf dem Sonnenberg. Hier fanden sich Bordsteinlobby e.V., Holzkombinat, Gartenutopie und Delphinprojekte zusammen und luden zum gemeinsamen Bauen und natürlich auch Nutzen von Schaukeln ein, mit Konzert und Lagerfeuer.

Vernetzt wird auch, wenn sich am 4. Oktober unter dem Titel „Spektrum“ im Transit die Chemnitzer Elektro-Szene zusammenfindet und im Lineup zeigt, was der Synthesizer Chemnitz in seinen Schaltkreisen hat. Das Projekt wuchs zusammen mit dem Elektroniker Kokoro. Das Staunen-Festival hat seine Preview dann schon nächsten Monat. Im Open Space hinter dem Marx-Kopf wird es vom 3. bis zum 6. Oktober die Dezentrale geben, die mit beispielsweise Workshops, gemeinsamen Essen, Tauschbasar, Familientheater und Dialogformaten die Stadt zusammenbringen soll.
Wer mit seinem Projekt gern selbst Lobbyarbeit betreiben will, ist zu den monatlichen Vernetzungstreffen eingeladen, die der Verein an wechselnden Aktionsorten  veranstaltet und zu denen unter facebook.com/bordstein.lobby.3 eingeladen wird.

Text: Michael Chlebusch Foto: privat

Zurück