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Im Mittelpunkt Musik

Die Streamingplattform Hearthis.at hat große Pläne

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Die Streamingplattform Hearthis.at hat große Pläne

Einer der Köpfe hinter Hearthis.at: Benedikt Groß

Seit sieben Jahren schon kann man über die Internetplattform Hearthis.at Musik hören, hochladen und streamen, immer mehr Menschen nutzen jedes Jahr den Internetdienst. Was allerdings die Wenigsten wissen: Hearthis kommt aus Chemnitz.

Eine schnelle Internetsuche zu Hearthis.at spuckt aus: Seit Jahren schon wird die Plattform von etlichen Blogs und Internetseiten als „die neue Alternative zu Soundcloud“ gehandelt. Von einer Konkurrenz zwischen den Anbietern hält Benedikt Groß, einer von zwei Gründern des Musikdienstes, allerdings herzlich wenig, wie er rigoros betont – für ihn stehe einzig und allein die Musik im Mittelpunkt. Entstanden ist das Projekt Hearthis.at 2012 als Experiment: „Wir waren eine Gruppe von DJs und Musikern und waren unzufrieden mit den fehlenden Möglichkeiten, sich in Chemnitz musikalisch auszuleben“, erinnert sich Benedikt. Schnell wurde das Gemeinschaftsprojekt zum Selbstläufer, innerhalb nur eines halben Jahres generierte Hearthis zahlreiche Nutzer in Deutschland und Europa. Heute sind es rund 800.000 auf der ganzen Welt – ein starker Markt ist zum Beispiel seit 2018 Indien, die Kategorie „Bollywood“ stark nachgefragt. Alle User von Hearthis schätzen wohl die offensichtlichen Vorteile der Plattform: Ohne großes Budget kann man seine Inhalte publizieren, der Upload ist, anders als bei Soundcloud etwa, unbegrenzt.

Und auch Benedikt kann man irgendwann doch noch ein paar Punkte entlocken, die in seinen Augen bei Hearthis.at besser sind als bei ähnlichen Projekten am Markt: „Wir sind sehr nah dran an unserer Community und können so auch aktiv auf deren Ideen und Vorschläge eingehen“, erzählt er. „Durch unseren Chat und die sozialen Netzwerke stehen wir in einem regen Austausch und können auch schnell auf Fragen reagieren. Ich glaube, dieser Fokus auf unsere Nutzer macht uns schon aus.“ Und auch die oftmals heikle Frage nach dem Urheberrecht ist bei Hearthis ein großes Thema. „Wir tun alles, um Werke zu schützen und haben nach besten technischen Möglichkeiten verschiedene Tools und Werkzeuge eingebaut, die die Rechte der Urheber wahren.“ Das sei zwar, gerade bei Remixen oder DJ-Sets nicht immer einfach, dank enger Zusammenarbeit mit Labels und Künstlern gibt es aktuell bei Hearthis keine Probleme.
In den vergangenen sieben Jahren existierte Hearthis.at nur virtuell, auch, weil Benedikt und sein Partner eigentlich ganz anderen Jobs nachgehen und das Projekt eben nur genau das ist: Ein Projekt. Vor kurzem jedoch wurden an der Annaberger Straße doch Räumlichkeiten bezogen, in denen gerade ein kleines Live-Studio entsteht: Ab März sollen dort Musiker und DJs die Technik nutzen können, um ihre Musik ins Internet zu streamen. „Wir fanden, dass es in Chemnitz an Raum fehlt, um Musik zu fördern. Mit dem Studio wollen wir da ein bisschen Abhilfe schaffen“, freut sich der Chemnitzer.

Und auch für Hearthis.at selbst hat Benedikt noch viele Pläne und Visionen. Damit das Musikhören immer einfacher für den Nutzer wird, werde gerade an Kooperationen mit Firmen wie Sonos oder an einer Smart TV-Einbindung gearbeitet. „Wir wollen überall präsent sein und uns gleichermaßen auf den Hörer wie auch auf den Künstler konzentrieren – und ich glaube, da gibt es noch ganz viele spannende Möglichkeiten.“

Text: Lisa Kühnert, Bild: TKR

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