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Irgendwann anfangen

Entfalten im Walden e.V.

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Entfalten im Walden e.V. mit Karina Falke

Raus zum Base Camp des Walden e.V. sind die Straßen kurvenreich und ein bisschen holprig - ja, das wird grad eine Analogie zu eurem Leben: dort angekommen wartet ein herzlicher Empfang und viel Platz zum Entfalten, Einsichten haben, Basis finden.

In diesem Jahr feiert der Chemnitzer Verein seinen zehnten Geburtstag, vor etwas über zwei Jahren hat er seine Basis am Feldrand hinter Euba gefunden. Hier bietet Walden Programme für Jugendliche und Erwachsene an, begleitet erstere etwa beim Übergang in die neue Lebensphase, oder lädt zu Tagesveranstaltungen, Fortbildungen und offenen Abenden am Feuer. Dabei sind das ja teils ganz einfach klingende Grundfragen, zu denen der Walden e.V. seine Besucher anregt: "Wer bin ich, wenn mich die Gesellschaft gerade nicht definiert? Wie will ich leben, was ist mir wichtig?", nennt sie Mitgründerin Karina Falke unter anderem. Da geht es allerdings nicht um ultimative Antworten, dass wir uns auf einen Lebensweg festlegen und dann stur drauflosgehen. "Es ist nicht gesagt, dass diese Überlegungen an einem Punkt aufhören, es ist nur wichtig, dass man irgendwann damit anfängt", findet Karina.
Die Existenz des Walden e.V. geht im Prinzip selbst auf so eine Überlegung zurück. Karina Falke und Hendrick Hadlich hatten sie bei einem Waldspaziergang, sie wollten ihre Jugendarbeit (unter anderem aus der Zirkus- und Theaterpädagogik) auf neue Beine stellen und damit gleich auch die Work/Life-Balance abschaffen, weil man, wenn alles ein wünschenswertes Ganzes ist, auch nicht balancieren muss. Inzwischen ist der Walden e.V. sachsenweit aktiv in Chemnitz, Leipzig, Oberwiesenthal seit kurzem auch in Dresden. Sechs Mitglieder bilden das Kernteam, dazu kommt ein Stammteam aus zehn Trainern sowie Bufdis und Ehrenamtler oder Praktikanten, die es nach Draußen zieht.
Für Walden war es dabei immer wichtig, langsam zu wachsen, selbst auch eine Community zu bleiben. Deshalb ist unter dem Vereinsziel, nachhaltig zu arbeiten, nicht nur der Umgang mit der Natur zu verstehen, sondern auch mit den Menschen, die mit und im Walden arbeiten. So kommt es, dass beispielsweise in einer Projektwoche im AJZ jetzt nach zehn Jahren erstmals ehemalige Teilnehmer selbst jugendliche betreuen. Oder, dass zum "10 Jahre Walden"-Fest hinter Aktionen, DJ-Sets oder Catering Menschen stehen, die eine Verbindung zum Verein oder selbst einmal am Programm teilgenommen haben. Wer den Walden und noch viel wichtiger sich selbst ein bisschen besser kennen lernen will, kann ja beim Fest am 18. Mai anfangen, oder bei den offenen Dienstagabenden, die inzwischen nicht nur für Jugendliche eine willkommene Auszeit am Feldrand sind.
Das Festprogramm und mehr zum Walden-Angebot gibt es unter: abenteuer-walden.de


Text & Foto: Michael Chlebusch

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