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5 Minuten Kunst

Für mehr Straßenkunst in Chemnitz

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Zwei Menschen tanzen, während ein Künstler Gitarre spielt

Eine Initiative will mehr Straßenkunst in den Alltag der Chemnitzer City bringen und setzt dabei auf Social Media, Filmemacher und Vernetzungen.

An den meisten Tagen im Jahr ist es still in der Chemnitzer Innenstadt. Straßenkunst sieht und hört man nur selten. Dass die Chemnitzer durchaus straßenkunstaffin sind, zeigt ihre rege Teilnahme an Formaten wie dem Hutfestival oder der Fête de la Musique. Nur im Alltag zeigt sich die Stadt recht blass. Das soll sich ändern. „Wir wollen mehr Straßenkunst nachhaltig in Chemnitz ansiedeln“, sagt Florian Schönfeld. Der IT-Techniker ist an der Initiative „Fünf Minuten Straßenkunst beteiligt“, einer Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Straßenkunst nach Chemnitz zu holen und die Kunst gleichzeitig im Internet bekannt zu machen.

Die Gruppe will Straßenkünstlern helfen, Auftrittsmöglichkeiten und Plätze zu organisieren. Wie Florian Schönfeld erklärt, herrsche da wohl ein gewisses gesetzliches Vakuum in der Stadt. In der Chemnitzer Polizeiverordnung sei der Punkt Straßenkunst sehr vage formuliert, sodass Künstler häufig nicht wüssten ob und wann sie nun auftreten dürfen oder nicht. „Prinzipiell braucht es keine Genehmigung, solange man die Nachtruhe einhält und niemanden behindert“, erklärt Florian Schönfeld. Das zweite Standbein des Projektes „Fünf Minuten“ ist eine Internetkampagne. Auf der Seite www.fuenfminuten.eu stellt sich das Projekt vor und ruft zur Teilnahme auf. „Wir rufen Künstlerinnen und Künstler, oder auch insgesamt alle Menschen dazu auf, das was sie können, auf der Straße zu zeigen, Videos davon zu machen und uns diese dann zu schicken“, so Florian Schönfeld.

Idealerweise sollten die Videos fertig eingeschickt werden, sein Team könne aber auch Filmemacher vermitteln, ebenso wie Künstler untereinander. Ob nun Pantomime, Tanz, Akrobatik oder sämtliche Formen von Musik: erlaubt sei, was gefällt und womit sich die Künstler gerne vorstellen wollen. Aktuell sei man noch dabei, Videos zu sammeln. Sei eine gewisse Menge erreicht, geht das Team auf die Suche nach Kooperationspartnern, um die Filme dann an öffentlichen Orten zu zeigen. Auf ein großes Budget könne man dabei nicht zurückgreifen, im Gegenteil, die Initiative ist auf der Suche nach finanziellen Unterstützern und Sponsoren, die helfen, das Projekt „Fünfminuten“ voranzubringen. "Wir verbreiten die Filme und machen die Künstler, aber auch die Orte, an denen sie spielen, bekannt.“, sagt Florian Schönfeld. Ein angenehmer Nebeneffekt: so könne man den Hashtag #Chemnitz positiv in den Sozialen Medien besetzen.

fuenfminuten.eu

Text: Sarah Hofmann Foto: fuenfminuten.eu

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