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Panik!

Geschenketipps mal anders

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Geschenketipps mal anders

Weihnachten naht und die Zeit, dass perfekte Geschenk für seine Lieben zu finden, schwindet. Was wenn man nicht das richtige findet? Fühlt sich der Beschenkte weniger geliebt? Wie finde ich etwas Originelles für jemanden der schon alles hat und will ich bei diesem ganzen kapitalistischen Konsumwahnsinn überhaupt mitmachen? Fragen über Fragen – ganz verschließen kann man sich ihnen kaum. Daher gibt’s hier einige Tipps:

Kleinode per Event:
Sich durchs Internet von Amazon zu Ebay hangeln kann jeder, ebenso das Durchshoppen der großen Einkaufspassagen der Stadt. Doch ob sich dort auch das perfekte und vor allem individuelle Kleinod findet, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist derartige Beute bei einem der kleinen Mini-Weihnachtsmärkte, die in den nächsten Tagen stattfinden. Dort sind Produzenten und Einzelhändler selbst vor Ort, können Geschichten zu den Stücken erzählen, Fragen beantworten und Glühwein wird auch noch verkauft. Dazu gehören der 100-Meter-Weihnachtsmarkt (1. - 2.12 je 13 bis 18 Uhr Franz-Mehring-Straße), TU-Weihnachtsmarkt (6.12. 12-18.30 Uhr am Campus Reichenhainer Straße) und Baumwollbaum (15.12., 12 bis 20 Uhr auf dem Brühl)

Besitzer wechsel' dich
Eigene Kisten raus stellen und aus denen der anderen stibitzen – in anderen Städten schon jetzt üblich. Einige bestreiten ihre komplette Garderobe und Teile des Haushaltsbedarfs, indem sie in der Dresdner Neustadt oder in Friedrichshain in den Kisten stöbern. Warum nicht auch in Chemnitz? Rund um den Brühl, auf dem Kaßberg und dem Sonnenberg kann man schon jetzt fündig werden. Und warum nicht mit guten Beispiel vorangehen und selbst vor die Tür schaffen, was man nicht mehr braucht? Eignet sich auch für Wichtelgeschenke! Ähnlich funktioniert das mit den zahlreichen öffentlichen Bücherschränken der Stadt, beispielsweise im Foyer des Tietz. Dort können gelesene Bücher rein gestellt und andere herausgeholt werden.

Quality-Time per Gutschein
Wer kennt es nicht, das süßliche Lächeln, wenn der Beschenkte seine DVD auspackt. Der hat dann nämlich schon einen BluRay-Player, oder eben keinen und kann das Geschenk nicht abspielen oder hat den Film überhaupt schon gesehen. Mit einem Gutschein für einen Streamingdienst a lá Netflix kann das nicht passieren. Dann hat der Beschenkte selbst die Wahl und nichts fängt Staub im Schrank.Wer es persönlicher mag, kann auch einfach zum guten alten alte Kino- oder Eventgutschein greifen und sich damit selbst auch noch Quality Time mitschenken.

Nachhaltig Naschen
Liebe geht bekanntlich durch den Magen, besonders, wenn das Essen vorher auf Bio-Feldern in solidarischer Landwirtschaft gewachsen ist. Daher können beispielsweise Ernteanteile des Bauernhofs „Bunte Kuh“ auch verschenkt werden. Infos finden sich unter www.diebuntekuh.info, oder bei Informationstagen, die jeweils am ersten Sonntag des Monats auf dem Hof stattfinden Weiterhin sorgen auch Überraschungsboxen für Freude über das Weihnachtsfest hinaus. Etwa mit veganen Produkten www.lucky-vegan.com oder Saatgutboxen für eigenes Gemüse auf dem Balkon unter stadt-land-blüht.de. Fleischfreunden kann man unter www.kaufnekuh.de mit einer ganzen Kuh eine Freude machen.

Geheimtipp Museum
Anspruchsvolle Kunstliebhaber, die schon alles haben, Naturwissenschaftsfreaks, die sich alles selber kaufen und Kinder, die eh kaum noch zu begeistern sind – was soll man ihnen nur schenken? Ideen bieten die zahlreichen Museumsshops der Stadt, diese werden hauptsächlich von Besuchern der Ausstellung betreten, die Gefahr der Dopplung gibt es also kaum und der Schenker kann sich selbst als absoluter Kenner generieren. Und wer wünscht sich nicht Kunst-Sammelbände, Plüsch-Mammuts, seltene Steine und Arbeiten zur Historie der Stadt.

Notnagel kurz vor der Angst
Wenn alle Tipps nicht fruchten, sämtliche Events verpasst und die Bestellungen vor dem Fest eh nicht mehr ankommen, dem bleibt also nur noch die Tankstelle. Aber auch an der Tanke gibt es Weinflaschen mit schönen Etiketten. Dazu noch eine Ausgabe der GEO, dem Fußball-Journal 11 Freunde oder des Philosophie-Magazins, verbunden mit der Vorgaukelei, dies sei der Anfang einer wiederkehrenden Freude in Form eines hochwertigen Zeitunsgabos (kann man noch fix online abschließen). Es gibt Schlimmeres.

Text: Sarah Hofmann

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