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Unter Dach und Krach

Förderprogramm für die Kultur- und Kreativwirtschaft

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Chemnitz legt erstmals ein Förderprogramm für die Kultur- und Kreativwirtschaft auf. KRACH heißt es und soll dementsprechend laut um die sächsische Startup-Szene buhlen.

In Berlin ist dieser Businesszweig schon der größte Wachstumsmotor, alle Experten weisen der Kultur- und Kreativwirtschaft den wichtigsten Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft des Landes zu. Auch in Chemnitz gibt es ein stetig wachsendes Netzwerk aus Kreativwirtschaftlern, von der Software-Schmiede bis zur freischaffenden Buchillustratorin. Das Problem: Im Vergleich zu anderen Städten ist noch kein regelrechter Gründerboom zu erkennen. KRACH soll dem nun entgegenwirken. KRACH steht für KreativRAum CHemnitz und setzt auf drei Komponenten. Erstens: Der noch immer üppige Leerstand bei Gewerbeimmobilien wird ansprechend ins Schaufenster gestellt. Zweitens: Ein kompetentes Kreativ-Netzwerk umspinnt beratend die Gründer und Gründerinnen. Drittens: Ein kleines Startgeld hilft den Startupern ins Gründerleben.

Konkret: KRACH bietet kostenlosen Mietraum für bis zu drei Jahre. Die bereitgestellten Flächen sind vielfältig. Innerstädtische Läden sind genauso im Angebot wie Gewerbeflächen auf dem Brühl und an der Leipziger Straße, Werkstätten oder Büros im Spinnereimaschinenbau, sowie ein ganzes Haus auf dem Sonnenberg. Krachmachern und -macherinnen winkt neben der kostenlosen Mietfläche (nur die Nebenkosten sind zu zahlen) ein – an der Projektidee ausgerichtetes – Startbudget von 2.500 Euro. Weit wertvoller sind aber sicher die kostenfreien und individuell erstellten Workshops und Beratungssessions mit Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Recht und Marketing. Auch die Einbindung in die bestehenden Netzwerke der Kultur- und Kreativszene ist wohl Gold wert.

Bis zum 31. Januar 2018 läuft nun die erste Bewerbungsphase. Danach entscheidet eine Jury über die Aufnahme ins Förderprogramm. „Wir wollen im ersten Programm-Jahr bis zu zehn Preisträgerinnen und Preisträger küren – haben aber deutlich mehr Flächen im Angebot“, erläutert Sören Uhle, Geschäftsführer der  CWE, die das Projekt für die Stadt betreut. Von den üppigen Geldausschüttungen, wie sie für die Industrie gewöhnlich sind, ist die Kreativwirtschaft auch mit diesem Programm zwar noch weit entfernt. Aber immerhin, es wächst.

Infos und Bewerbungen unter: www.krach-chemnitz.eu

Text: Lars Neuenfeld

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