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Neues Innovationsprojekt in Chemnitz

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Neues Innovationsprojekt in Chemnitz

Smart und urban, so will jede Stadt gern wahrgenommen werden. Chemnitz macht dahin einen recht großen Schritt.

Die Stadt Chemnitz startet Ende Juni ein neues „Innovationsprojekt“. Smart Urban Services heißt es und mit ihm wird ein dichtes Netz von Sensoren über weite Teile der Innenstadt, samt StraNa und Brühl, sowie des Campusareals an der Reichenhainer Straße geknüpft. Neben Umwelt- werden vor allem Bluetooth-Sensoren an Ampeln und Straßenlaternen installiert. Die Bluethooth-Sensoren greifen dabei auf elektronische Endgeräte, wie Smartphones, zu, sofern sie das Bluetooth-Signal aktiviert haben.

Die erfassten Daten werden von drei vernetzten Dienstleistungen, sogenannte Smart Services, genutzt. Die Smart Services sollen nach Auskunft der Stadtverwaltung dazu beitragen, „die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern“. Heißt im Klartext: Es entstehen Bewegungsprofile, die z.B. Aufschluss über innerstädtische Laufwege oder das Nutzungsverhalten bei Bus und Bahn geben. Im Zuge dessen wird eine interaktive Stadtkarte entwickelt, die die erfassten Bewegungen im Innenstadtbereich mit Veranstaltungsdaten verknüpft. Gehen Kunstsammlungsbesucher danach noch ein Eis essen? Treffen sich Atomino-Gäste vorher im Stadthallenpark? Solche Fragen können bald beantwortbar sein. Die interaktive Karte soll darüber hinaus in der Innenstadt zu sehen sein und zeigen, was in Chemnitz los ist.

Ab Herbst 2017 soll zudem eine App an den Start gehen (leider nur für Android-Nutzer, Iphoniker sind draußen), mit Hilfe derer sich die Chemnitzerinnen und Chemnitzer aktiv an Stadtgestaltungprozessen beteiligen können. „Über die App können die Nutzerinnen und Nutzer Auskünfte über zurückgelegte Wege geben, den Mobilitätskomfort bewerten und auch Vorschläge zur Gestaltung des öffentlichen Raums äußern, z.B. Standorte für Carsharing-Stationen, Sitzgelegenheiten oder Fahrradständer.“ Die über die App gewonnenen Daten fließen in diese Smart Services ein, um zukünftig von Stadtplanern berücksichtigt werden zu können.

Natürlich soll auch der Datenschutz nicht zu kurz kommen: „Für die Datenermittlung wurde ein Datenschutzkonzept entwickelt. Datenschutzrechtliche Maßnahmen, wie die Pseudonymisierung, verhindern eine personenbezogene Datenermittlung und schützen so die Informationen der Nutzerinnen und Nutzer“, heißt es aus der Stadtverwaltung dazu.

Das Projekt Smart Urban Services ist eine direkte Folge der sogenannten Morgenstadt-Analyse. Diese vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation geleitete Analyse hatte im letzten Jahr die Zukunftsfähigkeit der Stadt Chemnitz untersucht und einige konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Eine davon war, das immense Datenmaterial, welches Städten zur Verfügung steht, besser für Stadtgestaltungsprozesse zu nutzen. Chemnitz ist neben Reutlingen Pilotstadt für diese neuen Datennutzungsstrategien.

Mehr Infos gibt es unter: www.smart-urban-services.de

Text: Lars Neuenfeld Bild: Maik Irmscher

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