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Das Atomino zieht um

Pläne zu Fakten

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René Szymanski, Grit  Scheibe und Randy Fischer

Spatzen sind bekanntermaßen keine Zugvögel. Und während ihre gefiederten Artgenossen schon längst gen Süden verschwanden, pfeifen sie konstant von den Dächern, was sich mittlerweile von einer Möglichkeit zu einer Tatsache verdichtet. 

Als das 371 vor gut zwei Monaten über das ambitionierte Projekt des Musik- und Kreativzentrums Karl-Liebknecht-Schule berichtete, wurde neben der Aussicht auf ein neues Sendezentrum für Radio T, Bandproberäumen und Ateliers auch über neue Räume für den Club Atomino gesprochen. Zeit genug also um einmal nachzufragen, inwieweit die Umzugspläne gereift.

„Zur Zeit befindet sich das Projekt in der Bauplanungsphase. Angebote werden eingeholt, Zeiträume festgelegt und überlegt, wer was leisten kann. Alles in allem ein Prozess, der Geduld und Zuversicht erfordert“, erklärt Randy Fischer, Booker des Atominos. Fest steht jedoch, dass das Atomino am 4.02.2012 definitiv seine Pforten am Johannisplatz schließt. Sollte kein sibirischer Winter oder die deutsche Staatspleite dazwischen kommen, so Randy Fischer, ist das ehrgeizige Ziel bereits Anfang März an der Mühlenstraße 94 wieder zu eröffnen.

Damit enden fünf Jahre Johannisplatz. Fünf Jahre, in denen das Atomino im 371-Leserpoll viermal in Folge zum besten Club der Stadt gewählt wurde. Ein deutliches Zeichen für die Beliebtheit dieser Location im Chemnitzer Nachtleben. Warum also jetzt der Umzug und vor allem, was erhofft sich das Atomino von dem Objekt Karl-Liebknecht-Schule? „Wir sind ja mit den meisten zukünftigen Nachbarn gut befreundet. Mit kulturellen Initiativen sind wir außerdem eher verwandt als mit Tassenbrunnen, Finanzämtern und Postfilialen. Wir mussten umziehen, bekamen das Angebot dort mitzuwirken und so kam eins zum anderen.“ Geplant ist, so viel verrät das Atominoteam, die Bespielung der ehemaligen Turnhallen. Im Sommer soll im Hof ein Freisitz hinzukommen. Während die kleinere der beiden Turnhallen als chic-trashige Bar mit kleiner Bühne angedacht ist, soll die andere als Veranstaltungssaal für das „Saturday Night Fever“ und größere Konzerte konzipiert werden.

Doch bevor der Februar heran ist, hat das Atomino seinen Veranstaltungskalender für die kommenden zwei Monate noch einmal vollgepackt. Neben gesetzten Highlights wie der Mania am 25. Dezember wird es im Januar die Release Party zur ersten Remixplatte einer Chemnitzer Band geben. Für den letzten Abend soll es eine interaktive Aktion im Internet geben. Wer jetzt also schon fragt, wie er einen Monat ohne Atomino auskommt, sollte sich in der verbleibenden Zeit eine ordentliche Dosis abholen, um den langen Februar zwischen Abschied und Anfang überbrücken zu können. 

Foto: André Koch

Erschienen im 371 Stadtmagazin 12/11

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