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Beate erinnert an Efreuna

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Süßes mögen alle, egal aus welchem Kulturkreis sie kommen. Süßes sicherte das Überleben des Menschen, denn was schmeckt, ist reif und essbar. So würde das heute sicher keiner mehr sagen, aber für den Sachsen gibt es drei wichtige Nahrungsmittel: Kartoffeln, Kaffee und Kuchen.

Die Konditorei Efreuna an der Weststraße/Ecke Ulmenstraße auf dem Kaßberg gehörte für viele, vor allem ältere Menschen, zu Chemnitz, wie die Mandel zum Bienenstich. Und was die Mandeln im Bienenstich angeht, das war zu Ost-Zeiten nicht selbstverständlich, Mandeln waren ein knappes Gut und so mischte mancher Konditor auch Haferflocken als Ersatz unter den Teig, aber nicht so unser Mann auf dem Kaßberg, Jürgen Händel – das nur nebenbei.

Diesen Standort hatte die Konditorei allerdings erst ab 1911, eine Filiale vom großen, imposanten Mutterschiff in der Innenstadt, damals Zwingerstraße/Ecke Innere Johannisstraße. Wie die Titanic bei Nacht, so strahlt das Gebäude heute noch mit seinen illuminierten Etagen dem Betrachter entgegen, allerdings auf einer Postkarte aus dem Jahr 1930. Dieses Kaffeehaus über drei Stockwerke war etwas ganz Besonderes, 400 Menschen konnten dort Platz finden und täglich zwischen 1oo verschiedenen Tageszeitungen wählen, und kein Eisberg, sondern der Krieg ließ diesen wundervollen Palast in wenigen Augenblicken im Hagel der Bomben verschwinden. Die Konditorei mit Konzert- und Kaffeehaus gehörte einst zu den 10 größten Deutschlands und wurde in einem Atemzug mit dem Kranzler, der Berliner Kaffeehaus Legende, genannt. Die Konditorei Efreuna, deren Namen eine Abkürzung ist von Emil Freund Nachfolger, wurde 1850 von Emil Freund im Zentrum der Stadt eröffnet.

2012 schloss sie, nachdem Jürgen Händel diese fast 40 Jahre geführt hatte, als Nachfolger vom Nachfolger von Emil Feund Nachfolger. Jetzt gibt es einen neuen Betreiber, auch einen Konditor. Die Firma Efreuna hat sich entschlossen unter diesem Namen einen Neuanfang zu wagen, als Kunst- und Antiquitätenhandel in Meißen.

Sie kannten wahrscheinlich die Worte des Großmeisters der französischen Küche zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Marie-Antoine Carême: Zu den schönen Künsten gehören Malerei, Bildhauerei, Dichtung, Musik und Architektur, und die Konditorei nimmt dabei den größten Raum ein.


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