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Ecken und Enden: Entlang der Westlichen Peripherie

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In zehn (oder mehr) aufeinander folgenden Ausgaben wollen wir 100 Geschichten über Chemnitz erzählen. Dabei richten wir unseren Blick auf Mikroareale und zwar von den Orten aus, die das 371 sowieso fokussiert: den Orten der Kultur und der Zerstreuung. Ausgangspunkt ist diesmal das Clubkino Siegmar, in dem seit den 1920er Jahren Filme gezeigt werden und welches neben einem geschmackssicheren Programm auf der Leinwand in seinen Räumen zugleich die Chemnitzer Filmwerkstatt beherbergt.

Verlässt man die Innenstadt Richtung Westen über die Zwickauer Straße bekommt man schnell das Gefühl des Aufbrechens zusammenhängender Strukturen. Man bewegt sich nach außen, hin zum Rand und es wird dörflicher, ohne wirklich dörflich zu sein. Es ist auch nicht wirklich schön. Zumindest weniges, das man von der Straße aus sieht. Und es ist jene Straße, die sich schier endlos und breit dahin schlängelt, welche einen mürbe werden lässt, während an ihren Rändern Dänische Bettenlager, Discounter, Dönerläden, Pizzastuben, Konditoreien, Sex-Shops, heruntergekommene Wohnhäuser, sanierte Altbauten, alte Industrieanlagen, kleine, nur zu erahnende Grünflächen, Tankstellen und neue Fabriken vorbeifliegen. Ehe man sich versieht, ist man wirklich irgendwie draußen, unter Autobahnunterführungen hindurch und gefühlte Ewigkeiten vom Chemnitzer Stadtkern entfernt, in Siegmar gelandet. Ein Ort, der sich besonders im 19. und 20. Jahrhundert zu einer bedeutenden Industriegemeinde entwickelte. Ab 1948 wurden Teile des kulturellen Lebens von der Wismut AG in Beschlag genommen und später aufgegeben, während Siegmar seine Eigenständigkeit als Stadt 1950 durch Eingemeindung verlor. Wenn der Weg nicht immer das Ziel sein muss, was gibt es dann dort wohl zu finden, außer den oben beschriebenen Klischees eines schnell-streifenden Blickes mit Schnapp-Atmung?


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