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Kunst im Werk

ibug in ehemaligen Textima-Werk

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ibug bezieht 2018 das ehemalige Textima Werk in Chemnitz

Jetzt ist es raus: Die ibug bezieht in diesem Jahr das ehemalige Textima Werk. 371 sprach darüber mit Thomas Dietze und wollte außerdem wissen, wie es mit der ibug weitergeht.

Lieber Thomas, die spannendste Frage natürlich zuerst. Wo findet denn nun die ibug 2018 statt?
Jetzt können wir es ja verraten: Dieses Jahr geht es nach Altchemnitz in das ehemalige Textima Werk, oder auch die Naplafa, also Nadel Fabrik Chemnitz in der Waplerstr. 1. Das ist direkt an der Annabergerstraße. Die Geheimhaltung, bzw. späte Veröffentlichung war ein notwendiges Übel, da wir in den letzten Jahren die Erfahrung machen mussten, dass selbst in ein verschlossenes Gebäude noch sehr oft eingebrochen werden kann. Dabei gehen dann Türen und Schlösser kaputt, die von uns ersetzt werden müssen, oder es werden Gegenstände aus dem Objekt geklaut. Und auch namentlich bekannte Künstler aus Chemnitz haben sich dann kurz vor der Veranstaltung noch im Gebäude verewigt.

Warum habt ihr dieses Gebäude gewählt?
Wir wollten ein Gebäude, welches wieder große und kleine Räume vereint und zudem noch mit einem geräumigen Außenbereich besticht. All dies haben wir in der Textima gefunden. Die Fabrik wurde laut der Akten in den 1920er Jahren errichtet und später für die Rüstungsindustrie weiter ausgebaut. Jetzt ist sie um einiges größer als das Gebäude, was uns letztes Jahr beherbergt hat. Dieses Mal wird es auf jeden Fall einfacher, das Objekt begehbar zu machen.

Auch in Chemnitz werden Industriebrachen langsam knapp. Hattet ihr Schwierigkeiten, etwas Passendes zu finden?
Durch unser großes Netzwerk hatten wir einen guten Überblick darüber, welche Gebäude in Chemnitz für die ibug geeignet sind. Die Textima war unsere erste Wahl, die wir auch mit Hilfe der Stadt schnell fest machen konnten. Für weitere Veranstaltungen dieser Art würden wir hier schon noch Objekte finden.

Die 2017er ibug war ein großer Erfolg, ihr hattet über 15.000 Besucher. Wie wollt ihr das toppen?
Wir gehen dem Festival genau so optimistisch und zuversichtlich entgegen wie sonst auch und freuen uns am Ende über jeden einzelnen Gast. Mit dem zusätzlichen Platz haben wir auch mehr Künstler als letztes Jahr eingeladen. Der Street Art Markt wird vergrößert, das Rahmenprogramm verfeinert und alle Gäste, die nicht anstehen möchten, können dieses Jahr über einen Online Vorverkauf Tickets für eine schnelle Kasse sichern. Die Öffnungszeiten wollen wir durch eine Beleuchtung der Ausstellung bis spät in den Abend verlängern. Zwischen den beiden Festival Wochenenden werden wir ab nachmittags Führungen anbieten, um den Gästen mehr Informationen zum Objekt und der Kunst vermitteln zu können. Dieses Jahr wird es auch wieder eine Aftershow-Party geben, um das Programm abzurunden. Dafür geht es jedoch nicht auf die Brache, sondern in den neuen Club transit am Südbahnhof, also nicht weit von der ibug entfernt.

Ein Ziel der ibug ist es, die Akzeptanz von Urban Art zu stärken. Seht ihr euch diesem Ziel nach über 10 Jahren Festival ein Stück näher?
Ja, auf jeden Fall. Wir können stolz behaupten, dass viele der Künstler, die regelmäßig auf der ibug waren jetzt von ihrer Kunst leben können. Die Presse schreibt schon lange über eine Kunstausstellung wenn sie die ibug erwähnt. Die vielen Street Art Museen, die in Deutschland und weltweit entstehen, bestätigen das, was wir vor 12 Jahren schon gesehen haben.  

Es ist die zweite ibug in Chemnitz. Ist danach definitiv Schluss hier und ihr zieht weiter?
Wir werden Chemnitz nicht richtig verlassen. Dafür haben wir hier zu viele gute Helfer, Freunde und Unterstützer gefunden. Schon Ende dieses Jahres wollen wir den Street Art Markt in Chemnitz ein zweites Mal öffnen und überlegen, was wir 2019 hier machen können, wenn die eigentliche ibug wo anders stattfindet. Da wir 2017 so gut aufgenommen wurden und die Besucher uns fast überrannt haben, sehen wir es schon fast als unsere Pflicht der Stadt wenigstens ein paar schöne Kunstwerke zu hinterlassen.
   
Wohin wird die Reise gehen?
Wir stricken gerade an einem Mehrjahresplan, der uns 2019 nach Reichenbach im Vogtland bringt. So besinnen wir uns wieder darauf, dass große Kunst auch in kleinen Städten stattfinden kann und muss. Für das Jahr 2020 stehen wir noch in Verhandlungen und werden sicher erst im kommenden Jahr mehr dazu sagen können. Allerdings sind wir uns bewusst, dass die ibug in Zukunft auch eine Veränderung erfahren wird, da wir nicht mehr überall Gebäude finden die sich für das Festival eignen.

Danke für das Gespräch.

Die IBUG findet vom 24.08. - 26.08. und 31.08.- 02.09. statt. www.ibug-art.de

Interview: Lars Neuenfeld Foto: ibug

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