Magazin

Im Kosmonautenzentrum

Felix Brummer zum Kosmonaut-Festival

Veröffentlicht am:

felix brummer im Kosmonautenzentrum chemnitz

Zu faul zum lesen? Hier gibt es das Interview auch als Video.

Die Erfolgskapelle Kraftklub, deren Booking-Agentur Landstreicher und die festivalerprobten Macher des Splash brachten den Chemnitzern letztes Jahr die erste Ausgabe des Kosmonaut-Festivals am Stausee Oberrabenstein. Am 27. & 28. Juni steigt die zweite Auflage. Kraftklub-Frontmann Felix Brummer gewährte uns einen tiefen Einblick in die Seele eines aufstrebendes Festivals. Treffpunkt für das Interview: Das Chemnitzer Kosmonautenzentrum im Küchwald.


Wir befinden uns hier im Kosmonauten-Zentrum, das im Juni nicht nur sein 50-jähriges Jubiläum feiert, sondern gleichzeitig auch die Zentrale der Festival-Organisation ist. Habt ihr das Festival nach diesem Zentrum benannt oder woher kommt der Name?
Ja wir haben das Festival danach benannt, aber dann hatten wir einen großen Rechtsstreit mit dem Sigmund-Jähn-Zentrum. Deshalb mussten wir es Kosmonaut-Festival nennen und nicht Kosmonauten-Festival. 371-Leser wissen: Es heißt selbstverständlich Kosmonaut-Festival und nicht Kosmonauten-Festival wie es der 371-Chefredakteuer steif und fest behauptet.

Was hat es dann aber mit der Band „Die Kosmonauten“ auf sich, die letztes Jahr zur Eröffnung des Festivals der Headliner war?
Das ist das Konzept. Es gibt die normalen angekündigten Bands. Und es gibt einen Act, der geheim ist. Letztes Jahr hießen die halt Kosmonauten und dieses Jahr heißen die ...äh... geheimer Headliner.

In welcher Phase befindet ihr euch innerhalb der Planung gerade? Die Flure des Kosmonauten-Zentrum sind wie leer gefegt und das Booking ist abgeschlossen. Was passiert jetzt?
Jetzt gehen wir endlich raus an die frische Luft! Es wird gemeisselt und geflattert, wie man bei uns Festival-Leuten sagt. Bauzäune werden aufgestellt und es geht langsam ans Eingemachte.

Wie sind eure Erwartungen für dieses Jahr?
Es wird größer und schöner. Wir sind zum ersten Mal auf zwei Tage verteilt und man kann zum ersten Mal zelten. Auch wir werden also unsere Zelte einpacken und unter freiem Himmel übernachten.

Die Band Kraftklub, deren Vorstand du ja angehörst, betreibt Kurationsarbeit für das Kosmonaut-Festival. Ist es also ein Festival ganz nach eurem musikalischen Geschmack?
Das zum einem und es sind, wie letztes Jahr auch, wieder sehr viele Bands dabei, die irgendeinen Bezug zu uns haben. Es war auch unsere Idee und unser Anliegen hier in der Region irgendwas zu machen. Das läuft jetzt gemeinsam mit unserer Bookingagentur Landstreicher und den Leuten vom Splash!, die auch Bock hatten wieder etwas in der Region zu veranstalten. Wir haben uns dann noch nebenbei um ein paar Kleinigkeiten gekümmert: Till und ich haben Lichterketten in die Bäume gehängt und Max hat den Backstage-Bereich mit Krimskrams aus dem SBS aufgehübscht.

Die Arbeit als Veranstalter war ja für euch ein Sprung ins kalte Wasser. Was habt ihr auf der anderen Seite der Konzert- und Festivalwelt so alles gelernt?
Wir haben uns schon von Anfang an die Blume-Leute mit ins Boot geholt, die ja auch seit zwei, drei Jahren diese Open-Air-Raves hier in Chemnitz machen. Die hatten schon mal Ahnung wo man eine Anlage herbekommt und hatten schon zu Beginn mehr Erfahrung als wir. Wir waren ein bisschen in der naiven Annahme, dass, wenn man schon auf vielen Festivals gespielt hat, man auch automatisch Ahnung davon hat, was man alles braucht, um selbst eins zu organisieren. Das war nicht so. Zum Bespiel die Klo-Thematik. Also die fünf, sechs Dixies, die wir letztes Jahr hingestellt haben, haben nicht gereicht. Dafür haben wir jetzt Leute, die Ahnung davon haben.

Ihr seid ja nun mehr oder weniger auf der anderen Seite, als Veranstalter. Die, die ihr vielleicht früher verteufelt habt, weil sie euch zu wenig Essen oder den falschen Schnaps in den Backstage gestellt haben. Konntet ihr mit eurer Erfahrung, was man alles falsch machen kann, gegensteuern?
Wir haben natürlich im Laufe der Zeit mitbekommen was ganz nett ist. Wir haben z.B. kleine Postkarten im Backstage, so dass man Briefe nach Hause schreiben kann und so. Aber eigentlich erwarten wir die gleiche Genügsamkeit, die wir auch an den Tag legen. Man braucht auch keinen beigen Backstage. Man freut sich über ein Snickers oder ein paar Nüsse und wenn das Catering lecker ist. Aber man braucht einfach kein Evian-Wasser oder weiße Orchideen.

Wie ist allgemein die Bilanz, die ihr letztes Jahr nach der Auftaktsveranstaltung gezogen habt?
Ich war völlig euphorisch. Aber umso schader (sic!) war es ja, dass das Ganze nur einen Tag ging. Wir haben uns bereits auf der Aftershowparty im letzen Jahr geschworen: Nächstes Jahr machen wir das zwei Tage!

Worauf habt ihr bei Ausgabe Nummer zwei des Kosmonaut richtig Bock?
Ich freue mich sehr auf die Casper-Show. Die kenne ich quasi schon von der Tour, die er dieses Jahr gespielt hat. Aber das wird auf jeden Fall ein Highlight, diese Mega-Show auf unserer kuscheligen Bühne zu sehen. Auf Milky Chance freue ich mich auch sehr, weil wir ihn vor einem Jahr noch in dem kleinen Brühl-Atomino veranstaltet haben. Da waren vielleicht 130 Leute und auf einmal startet er übelst durch und spielt riesige Hallen. Und natürlich: Die einzige exklusive Festival-Show in Deutschland der Klaxons. Ich weiß gar nicht ob die heute noch so ein großes Thema sind, aber als wir angefangen haben mit der Musik, besonders für die Neon Blocks, waren die ersten beiden LP's sehr stilprägend. Und es ist natürlich auch ein bisschen abgefahren, dass wir jetzt an dem Punkt sind, an dem wir die Klaxons buchen.

Was unterscheidet das Kosmonaut-Festival deiner Meinung nach jetzt schon von anderen Festivals?
Naja wir hoffen natürlich, dass sich das mit dem Geheim-Act als Alleinstellungsmerkmal entwickelt. Und dann, dass es sehr familiär ist. Das beanspruchen natürlich auch andere Festivals für sich, aber wir wollen da schon darauf achten, dass es nicht zu schnell zu groß wird. Es wird auch nicht viel größer werden als letztes Jahr. Es findet dieses Jahr erstmalig an zwei Tagen statt, es sollen jetzt aber nicht zwangsläufig sehr viel mehr Leute werden. Und natürlich auch, dass es so ein bisschen Klassentreffen ist. Letztes Jahr kamen viele Leute aus Chemnitz und Umgebung mal wieder zusammen, die sich lange nicht gesehen haben.

Was ist dein ultimatives Festival-Untensil, um auf den Kosmonaut-Festival zu überleben?
Ich bin immer voll schlecht in so was. Ich wurde das schon recht oft gefragt und habe nie eine gute Antwort darauf. Socken und Schlüpfer! Natürlich auch genügend Tabak oder Zigaretten, damit man sich nicht bei seinen Kumpels die ganze Zeit durchschlauchen muss. Und für all die Heranwachsenden selbstverständlich: Genügend Wasser!


Und jetzt die ultimative und investigative Knallerfrage: Wer ist denn nun der geheime Headliner?
Ich kann es leider nicht verraten! Sonst werde ich ...äh... geköpft vielleicht? Nein ich würde es dem 371 sehr gerne exklusiv mitteilen aber es wird wirklich erst beim Auftritt bekannt gegeben. Und ich kann schon mal soviel durchblicken lassen: Viele Leute, die gerade im Internet diskutieren, sind auf dem Holzweg.

Kannst du ein Gerücht um den Headliners verneinen?
Ja. Es ist nicht Lady Gaga. Auch wenn es mit ihr gerade bergab geht.

Und wie steht es mit dem neuen Kraftklub Album? Werden wir es zum Kosmonaut-Festival schon kaufen können?
Kaufen nicht. Aber vielleicht wird man zum diesem Zeitpunkt schon was gehört haben. Aber kommt einfach selbst vorbei und bringt eure Eltern mit.

Interview: Florian Harlass Foto & Film: Michael Chlebusch

Das komplette Interview gibt es hier als Video.

Erschienen im 371 Stadtmagazin 05/14


Zurück