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Nachhaltigkeit für Buchfreunde

myrebooks in Chemnitz

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myrebooks in Chemnitz

„Myrebooks“ will Büchern ein zweites Leben schenken, Menschen mit und ohne Handicap eine Beschäftigung und fairer Kaffee und soziales Bier wird auch noch verköstigt.

18.000 Bücher warten in der Lagerhalle von „Myrebooks“ aktuell auf ein neues Zuhause. Momentan werden sie von einem Team von sechs Personen eingescannt, katalogisiert und sortiert, um später im Internet oder auch im neuen Lesecafé am Johannisplatz verkauft zu werden. Strippenzieher dieser Aktion ist der gelernte Buchhändler Lutz Heylen. „Bei den Büchern gefällt mir der Gedanke, dass sie nicht in der Presse landen, sondern noch mal jemandem viel Freude bereiten können“, erklärt er.

Seit drei Monaten verteilt er mit seinem Team in der Stadt große Sperrholzboxen, in die die Chemnitzer Bücher werfen können, die sie nicht mehr brauchen. Bislang standen die Boxen schon im Tietz, in der Ermafa-Passage und in der Fortis Akademie, sie sollen ihren Standort aber regelmäßig wechseln. Auf den Kisten wird auf die Internetseite des Projektes, www.myrebooks.de verwiesen, dort wird das Prozedere erklärt, aber auch, was mit den Büchern passiert. Ein Großteil soll künftig auf der Seite verkauft werden, der Shop startet in den kommenden Monaten. Ein Teil findet sich jedoch direkt zum stöbern, blättern und schmökern im neuen Lesecafé zwischen Zentralhaltestelle und Johannisbrunnen. Zum Redaktionsschluss des „371“ waren die Bauarbeiten noch in vollem Gange, Handwerker schraubten deckenhohe Regale an die Wände, Bücherkisten stapelten sich im Raum und die Auslage, in der bald Eissorten, Frozen Joghurt, Getränke und Kuchen präsentiert werden sollen, war noch leer. Das soll sich bald ändern, laut Lutz Heylen soll das Lesecafé zum Monatsende eröffnet werden.

Sowohl im Café als auch im Buchshop, setzt Heylen auf Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit. Der Kuchen soll künftig aus einer Bäckerei im Erzgebirge geliefert werden, der Bio-Kaffee kommt aus Burgstädt. Er will mit „Viva con Aqua“ zusammenarbeiten und unter anderem Quartiermeisterbier ausschenken, bei dem ein Teil der Einnahmen an regionale Projekte gespendet wird. „Wir wollen diesem Faden folgen und ich habe das gute Gefühl, dass das zu unserem Projekt passt und das die Menschen der Stadt das auch annehmen werden und für den guten Zweck bereit sind, auch einige Cent mehr zu bezahlen“, sagt Lutz Heylen, der in dem idealistischen Projekt eine Lebensaufgabe sieht. Gutes tun, will er auch in der Auswahl seines Teams. Schon jetzt arbeiten im Bücherlager Menschen mit und ohne Handicap zusammen mit Langzeitarbeitslosen. Nun sucht er für sein Café „Myrebooks“ noch Teamverstärkung.

Text & Foto: Sarah Hofmann

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