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Theater, Israel, Europa

Theaterfestival in Chemnitz

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Zwei Schauspieler hängen kopfüber in der Luft und interagieren miteinander

Wer On und Off und Europa hört, darf hier endlich mal nicht an den Brexit denken: Der Chemnitzer Mai steht im Rampenlicht zweier Theaterfestivals mit internationalen Gastspielen.

Das Schauspielhaus lädt vom 11. bis 19. Mai zum Nonstop Europa ein. Das startet mit drei Gastspielen. Am 11. Mai eröffnet um 18 Uhr die polnische Produktion „JUM'AH – Eine arabische Nacht“ mit der Thematik Flucht und Vertreibung. Im Anschluss, um 20.00 Uhr präsentiert das Theater Dortmund mit „Flammende Köpfe“ eine Lecture-Performance über rechten Online-Aktivismus auf der großen Bühne des Schauspielhauses. Am 12. Mai gastiert auf der großen Bühne das Deutsche Theater Berlin mit der Produktion „LET THEM EAT MONEY. Welche Zukunft!?“, das in spannender Perspektive aus dem Jahr 2028 die Frage nach der Verantwortung für die Ereignisse der Jahre 2018 bis 2028 stellt. Unter dem Stichwort „Junges Europa“ werden dann vom 16. bis 19. Mai Schauspielstudienerde aus Linz, Graz, Wien, Bern, Zürich, Temeswar, Osijek und Amsterdam erwartet, mit sowohl klassischen als auch performativen Projekten ihre Sicht auf aktuelle Fragen unserer Zeit präsentieren.
Vom 18. bis 26. Mai macht das Festival Off-Europa mit dem Fokus "Mapping Israel" Station in Chemnitz. Es ist der zweite Jahrgang des bislang in Leipzig und Dresden veranstalteten Festivals, der auch Chemnitz besucht. Das Team um dessen künstlerischen Leiter Knut Geißler zeigt sich auch nach dem, wie er zugibt, etwas schwierigen Start im vergangenen Jahr (da musste einer der drei Termine kurzfristig ausfallen) bereit für die Herausforderung, sich mit dem Festival eine neue Stadt zu erschließen. Die Veranstaltungen finden allesamt im Komplex auf dem Sonnenberg, jeweils um 20 Uhr statt. Den Prolog bildet am 18. Mai die preisgekrönte Dokumentation "Mr. Gaga" über den israelischen Choreographen Ohad Naharin. Am 24. Mai gibt es eine Doppelveranstaltung mit der Choreographie Rising, die Tänze und Rituale jemenitischer Kultur erforscht und dem Solostück Shall we Dance, welches als Ergebnis einer Recherche zu Erlebnissen israelischer Soldaten entstand. Autor und Darsteller Yoav Bartel spricht im Anschluss im Interview. Den Abschluss bildet am 26.5. die Choreographie Habitat, die sich mit dem Raum zwischen zwei Tänzern und dem Publikum, zwischen Choreographie und Improvisation auseinandersetzt.

Tickets und Details unter: chemnitzkomplex.de und theater-chemnitz.de

Text: Michael Chlebusch Foto: Arno Declair

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