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Du bist Stipendiat!

Deutschlandstipendium für Studierende

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Leistung lohnt sich wieder, das hatte uns Schwarz-Gelb, ja versprochen. Also gut, nicht unbedingt für BaföG-Empfänger. Denen wurde mit der Novellierung des Gesetzes gerade der Rückzahlungsrabatt gestrichen, den die Besten jedes Jahrgangs erhielten. Aber wenn es nach der Regierung geht, dann brauchen die klügsten Köpfe der Nation einen BaföG-Rabatt auch gar nicht mehr. Denn ab sofort steht ihnen das Deutschlandstipendium zur Verfügung.

Während andernorts um jeden Cent beim ALG II gestritten wurde, präsentierte eine strahlende Bundesbildungsministerin Anfang Februar ihr neues Stipendienprogramm für Akademiker. Das Prinzip klingt bestechend einfach: Private Förderer geben 150 Euro monatlich und die Regierung legt die gleiche Menge obendrauf. Die Summe wird dann an Studenten mit herausragenden Leistungen und hohem Engagement verteilt. Dabei wird jährlich überprüft, ob die Leistungen eine Fortführung des Stipendiums rechtfertigen. Gut so! Einen Doktortitel schreibt man sich schließlich nicht aus alten Zeitungen zusammen. Wer das Stipendium letztendlich erhält, entscheiden zwar die Universitäten. Die Stifter dürfen ihr Geld jedoch an eine Fachrichtung binden oder bei der Auswahl dabei sein.

In Chemnitz sind für das kommende Sommersemester zunächst zwölf Stipendien ausgeschrieben. Zehn davon stellt die Freundesgesellschaft der TU und je eines die Stiftung Internationales Informatik- und Begegnungszentrum Sachsen sowie die Dresdener TraceTronic GmbH. Durch den Verteilungsschlüssel des Rektorats und die Präferenzen der Stifter sind derzeit Schwerpunktmäßig die technischen Fächer abgedeckt. Ob sich in der Maschinenbauregion Chemnitz auch Gönner für Philosophen und Soziologen finden bleibt abzuwarten. Für die sind im Gesetz zum Glück ein Drittel ungebundene Stipendien vorgeschrieben. Was passiert, wenn niemand ungebundene Stipendien vergeben will, ist ungeklärt. Vielleicht machen es dann mehr Menschen wie Kabarettist Erwin Pelzig. Auf der Webseite des ZDF ruft er gerade Studenten dazu auf, sich bei ihm persönlich zu bewerben: „Wenn Du irgendetwas studierst, was Leute wie Hans Olaf Henkel überflüssig finden und wenn Du Burberry-Pullover zum Kotzen findest, dann bewirb Dich jetzt!“, heißt es da.

160.000 Studenten sollen mittelfristig in den Genuss des Deutschlandstipendiums kommen. Damit das klappt, hat ihm der Bund ein Marketingbudget von fünf Millionen Euro gegönnt. Mit dem Geld hätte man auch prima bestehende Organisationen wie die Studienstiftung des Deutschen Volkes unterstützen können, die Akademiker seit Jahrzehnten ebenso unabhängig von politischer oder religiöser Präferenz fördert. Das wäre aber nur halb so öffentlichkeitswirksam – politische Leistung soll sich schließlich auch lohnen.

Text: Michael Chelbusch Foto: photocase.de/complize

Erschienen im 371 Stadtmagazin 03/11

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