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Hotel statt Wohnheimplatz

An der TU Chemnitz fehlen Wohnheimplätze für Austauschstudenten

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Ein Hilfegesuch erreichte Anfang August die Mitglieder des Patenprogramms der TU Chemnitz, das sich um die Belange von Austauschstudenten aus dem Ausland kümmert. Die Mietglieder mögen sich bitte nach Wohnmöglichkeiten für die Gaststudenten umschauen. Der Grund: Es stehen im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nicht genügend Plätze in den Wohnheimen der TU zur Verfügung.

Nach Angaben der Pressestelle der Universität hatten sich bis Anfang September 82 Studenten aus dem europäischen und acht aus dem nichteuropäischen Ausland neu für ein Austauschsemester eingeschrieben. Das entspreche fast genau den Zahlen aus dem Vorjahr. Mindestens 30 von ihnen konnte bis Anfang September kein Platz in einem der acht Wohnheime angeboten werden, bestätigte die kommissarische Geschäftsführerin des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau Anja Schönherr. Mittlerweile habe man die Anzahl der Betroffenen auf zehn reduzieren können.

Ursache für den Engpass sei die steigende Nachfrage nach Wohnheimplätzen, sagt Schönherr: „Während wir im vergangenen Jahr bis Ende August etwa 650 Bewerber hatten, sind es in diesem Jahr rund 1.100.“ Im Moment stünden 500 Bewerber auf der Warteliste, 2010 seien es zum gleichen Zeitpunkt nur 200 gewesen. Allerdings könnten sich diese Zahlen noch ändern, weil sich viele junge Leute an mehreren Universitäten bewerben und sich zur Sicherheit über ein im Internet-Formular für ein Wohnheimplatz anmelden.Dazu kommt die Sanierung eines Wohnheims. Ab Oktober wird das Gebäudes Vetterstraße 64 auf Vordermann gebracht, die Arbeiten sollen im September 2012 abgeschlossen sein, erklärt Schönherr. In dem Wohnheim standen etwa 100 Plätze zur Verfügung, insgesamt betreibt das Studentenwerk laut Schönherr 2110 Wohnheimplätze.

Zwar gebe es weder für deutsche noch für ausländische Studierende einen Rechtsanspruch auf einen Wohnheimplatz, sagt Schönherr. Aber: „Wir können verschiedene Studentengruppen bevorzugt berücksichtigen, dazu zählen unter anderem ausländische Studierende, die auf dem freien Wohnungsmarkt benachteiligt sind.“ Derzeit würden Austauschstudenten ohne Wohnheimplatz im Wohnhotel Kappel untergebracht. Die Zimmer seien zwar in Ordnung, berichtet ein Betroffener, der seinen Namen nicht nennen möchte. Allerdings seien sie mit einer monatlichen Miete von etwa 230 Euro etwas teurer als ein Wohnheimplatz. Zudem gebe es nicht nur keine Waschmaschinen sondern auch keine Internetverbindung, das sei problematisch bei der Planung des Studiums und der Kurse. Darüber hinaus sei der Anfahrtsweg zum Campus relativ lang und umständlich – dort wohnten allerdings die meisten Austauschstudenten. Deswegen habe er sich auf eine Warteliste setzen lassen, sagt der Austauschstudent: „Auf dem Campus wohnen meine Freunde, da ist es geselliger. Ich möchte deswegen unbedingt einen Wohnheimplatz.“

Text: Benjamin Lummer, Foto: Michael Chlebusch

Erschienen im 371 Stadtmagazin 09/11

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