SONNENWERKE
Mit Sonnenstrahlen gegen Tonnenqualen
Die Stadtwerke Chemnitz tragen eine schwere Last. Über 600.000 Tonnen wiegt diese Bürde. Sie drückt und schmerzt, nicht nur die Stadtwerke-Menschen, sondern uns alle. So viele Tonnen sind nämlich nicht gesund für Mensch und Klima.
Die immense Zahl benennt den Jahresausstoß der Stadtwerke an Kohlendioxid. Das blasen sie nicht aus bösem Willen in die Luft, sondern weil sie in jedem Haushalt dieser Stadt nun mal die Birnen zum Glühen bringen müssen. Weithin sichtbar dampft deshalb seit vielen Jahren die „Wolkenmaschine“ in Borna. Das HKW-Nord stillt per Braunkohleverfeuerung den größten Teil vom Chemnitzer Stromhunger. Trotz modernster Filtertechnik bleiben danach eben nicht nur ein paar Kohlekrümmel übrig, sondern viele Tonnen Kohlendioxid.
Gerade deshalb wissen die Stadtwerke, dass der Energiezug der Zukunft mit regenerativen Energien rasst. So unterstützen die Stadtwerke die Errichtung einer Bürgersolaranlage (siehe Seite 26). Aber auch selbst haben sie eine dieser blau-funkelnden Anlagen errichtet. Seit Juli 2006 leckt die Sonne an der Photovoltaikanlage in Wittgensdorf, betrieben von der Solartochter Elicon GmbH. Die Anlage wurde auf einer ehemaligen Deponie gebaut und misst 20.000 qm. Stadtwerke-Vorstand Uwe Barthel berichtet denn auch stolz „Das erste große Chemnitzer Solarkraftwerk dokumentiert nicht zuletzt mit seinem Standort auf einer ehemaligen Deponie, wie segensreich sich in den Kommunen das generelle Umdenken in der Energiepolitik auswirken kann.“(1)
Das Wittgensdorfer Sonnenwerk produziert jährlich 1,13 Megawatt, was den Energiebedarf von ca. 400 Haushalten deckt. Dadurch erspart sie uns und der Erdathmosphäre jährlich 660 Tonnen Kohlendioxid. Man sieht, dass ist noch nicht der ganz große Wurf in Sachen nachhaltiger Energieerzeugung, aber ein richtiger Anfang ist es in jedem Fall.Und wie bei der Bürgersolaranlage besteht auch für die Anlage in Wittgensdorf die Möglichkeit, an der modernen Art Energie zu erzeugen mitzuwirken und sogar Geld zu verdienen. Per Beteiligungsgesellschaft werden Anteile am Solarkraftwerk verkauft. Wenn viele Anteile gezeichnet werden, steigt sicher auch der Mut noch mehr oder noch größere Anlagen zu installieren. Schon jetzt plant die Elicon GmbH auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Claußnitz und auf dem Dach der ASR-Fahrzeughalle zwei neue Megawatt-Anlagen. Und so wird die schwere Last Tonne um Tonne schwinden.
Infos zur Photovoltaikanlage in Wittgensdorf: www.elicon.de
Infos zur Beteiligungsgesellschaft: www.grothe-finanz.de
(1) Quelle: Broschüre der CHEMNITZ SOLAR ENERGY FONDS GmbH & CO.KG