Wie erschlage ich einen Sonntag?
Dein sonnenverbrannter Bauch hat gerade aufgehört rot zu leuchten? Beim letzten Grillen bist du knapp dem Fleischvergiftungstot entkommen? Das 371 zeigt neun Alternativen auf, einen Sommersonntag totzuschlagen.
1. Kühlschrank abtauen
Das schiebt die WG schon seit Jahren auf. Inzwischen hat sich im Eisfach auch eine glaziale Serie gebildet. Irgendwo hinter der Endmoräne mäandert auch sicher noch ein „mal kurz gekühltes“ Bier von der Einzugsparty.
2. Moralischer Kulturgenuss
Filme im Internet schauen ist ja nicht per se illegal, sagen zumindest Betreiber von Seiten wie kino.to oder serienjunkies.de. Wer morgens anfängt, zu suchen, hat dort am Sonntagabend sicher einen Clip gefunden, der keine Urheberrechte verletzt. Danach läuft auch schon der gebühren(d)bezahlte Tatort.
3. Freunde löschen
Lange vor Facebook gab es schon etwas ähnliches: das Telefonbuch. Zeit dieses zu aktualisieren. Einfach die Todesannoncen der Freien Presse im Telefonbuch abgleichen und mit Lineal und Bleistift sauber die betroffenen Nummern streichen.
4. Medienpräsenz beweisen
Den ganzen Tag beim MDR oder Sachsenfernsehen schauen, ob man in einer Lokalsendung im Hintergrund über das Chemnitzer Weindorf latscht. Fünf Minuten später Freunde Anrufen und schreien, „Ey, mach schnell den Fernseher an!“
5. Brühl beleben
Die Langzeitaufgabe eines jeden Chemnitzers. An langen Sonntagen kann jeder seinen Beitrag leisten, indem er für ein paar Stunden den Brühl auf und ab flaniert. Beim Blick in leere Schaufenster hält zudem eine fast konfuzianische Ruhe Einzug in den Geist des Betrachters.
6. Späti suchen
Haste ma’n Bier? Nee, nich in Chemnitz, nich am Sonntag. Oder doch? Irgendwo muss eine 250.000 Einwohner-Stadt doch einen Spätshop haben. Den gilt es nur zu finden. Tanke zählt nicht – die hat keine Fensterbänke zum cool drauf rumlungern. Wer nach erfolgloser Suche nachts um vier im Döner-Drive-In an der Zenti landet, hat verloren.
7. Socken aussortieren
Wenn die Sockenschublade am Schrank seit Wochen nicht mehr zugeht, liegt das vor allem daran, dass ihr Besitzer a) löchrige Socken morgens nicht in den Mülleimer, sondern zum später aussortieren zurück in den Schrank steckt und b) einzelne Socken, deren Pendent sicher irgendwo ganz unten drin liegt, stets durch neu gekaufte Zehnerpacks ersetzt.
8. Apps runterladen
Moderne Handys können so viele tolle Sachen. Welche genau weiß ihr Besitzer oft gar nicht, er will es auch gar nicht wissen und braucht es auch nicht. Aber wer sich über horrende Verträge so ein 500-Euro-Gerät finanziert, sollte sich zumindest einen Tag lang Zeit nehmen, die Top 50 Gratisanwendungen wenigstens einmal zu installieren und wieder zu löschen.
9. Der gut alte Kirchgang
So haben die Menschen das früher gemacht. Die sind einfach in die Kirche gegangen, um ein bisschen Rauchzeug, Oblaten und Wein abzugreifen. In der katholischen Gemeinde ist das sogar näher und billiger als an der tschechischen Grenze.
