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Ein Jahr – viele Frauen

1919. Das Jahr der Frauen

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"Zum ersten Mal gewählt.(…) Hatte mich so sehr gefreut auf diesen Tag und nun er dran ist, von neuem Unentschlossenheit und halbes Gefühl.", schreibt Käthe Kollwitz am 19. Januar 1919. Es ist der Tag, an dem Frauen zum ersten Mal ihre Stimme zum politischen Mitentscheid abgeben dürfen, der Tag an dem ein entscheidender Schritt vorsichtig in Richtung Gleichstellung getan wird. Und es soll nicht das einzige weisende Datum in diesem Jahr bleiben.

1919: Der Krieg ist vorbei. Frauen dieser Zeit wittern ihre Chance, um entschlossen die schleifenden Zügel in die Hand zu nehmen und endlich auch weibliche Akteurinnen in der Geschichtsschreibung zu verankern und hochleben zu lassen, ob in der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft oder Kunst. Unda Hörner erzählt in ihrem Buch „1919. Das Jahr der Frauen” von genau diesen Akteurinnen, die wie selbstverständlich ihrer bisherig so festgeschriebenen Vorzeigerolle als Mutter und Hausfrau entgegenwirkten.

Marie Juchacz spricht im Februar 1919 als erste Frau vor der deutschen Nationalversammlung in Weimar, wenig später ernennt man Käthe Kollwitz zur ersten weiblichen Professorin an der Akamedie der Künste, Marie Curie präsentiert die ersten Lehrveranstaltungen in ihrem Radium-Institut und Coco Chanel kreiert ihr weltberühmtes Parfüm Chanel N°5. Weibliche Erfolge, und Schicksale, nicht immer mit freundlichem Ausgang, wie die Geschichte Rosa Luxemburg's zeigt. Unda Hörner zeichnet das Jahr 1919 mit persönlichen Geschichten geschickt chronisch als Jahr der Frauen und zeigt wegbereitende Geschichten bedeutender Protagonistinnen.
Am 17. Juli ist sie zu Gast im Gunzenhauser, um ab 18:00 persönlich aus ihrem Buch zu lesen.

17.07. / 18:00 / Museum Gunzenhauser


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