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Wie hilft Hilfe?

Congo Calling im Weltecho

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Ein Mann am Rande eines Stegs im Meer, auf unterer Bildhälfte in gelber Schrift: Congo Calling

„Wir müssen vor Ort Hilfe leisten!”, ist für viele die einfache Lösung für die scheinbar gleichbleibend problematische Lage in afrikanischen Ländern. Die Dokumentation Congo Calling begleitet drei europäische EntwicklungshelferInnen, die im Kongo tätig sind und berichtet von der Realität, die oft herbere Rückschläge bereithält, als so mancher erwartet.

Eine Belgierin, ein Spanier und ein Deutscher sind in einer Krisenregion des Kongo unterwegs, um zu helfen.
Für Anne-Laure trifft das eigentlich nur noch teilweise zu. Aus Resignation gab sie nach vielen Jahren die Entwicklungsarbeit auf, blieb jedoch im Kongo und organisiert nun mit ihrem kongolesischen regimekritischen Freund jährlich ein großes Musikfestival.
Peter aus Deutschland widmete sein ganzes Leben der Entwicklungshilfe und hat die letzten Jahre mit Straßenkindern verbracht. Doch mit 65 Jahren stößt er langsam an seine Grenzen. Er möchte nicht zurück nach Deutschland, aber seine Zukunft im Kongo ist mehr als unsicher.
Raúl, ein junger Spanier, leitet eine Forschungsgruppe von Einheimischen mit dem Ziel, ihnen und sich selbst erklären zu können, welche Vorgänge das Land wirtschaftlich und gesellschaftlich immer wieder an die Wand fahren und einen sauberen Neustart unmöglich erscheinen lassen. Während er militärische Rebellengruppen interviewt, wird ihm klar, dass auch einige seiner Mitarbeiter Gelder veruntreuen.

Stephan Hilperts Dokumentation verzichtet auf Kommentare und Erklärungen und vermittelt durch hektisch und elliptisch eingefangene Lebensrealitäten die Schwierigkeiten, die Entwicklungsarbeit mit sich bringt. „Die Frage, wem eine solche Politik nützt, wird durch Hilperts Dokumentation dabei auf spannende Weise verkompliziert und lässt sich nur verstehen, wenn man die Hoffnungen, Erwartungen und Enttäuschungen auf der zwischenmenschlichen Ebene in den Blick nimmt, die solche Projekte tragen.”, schreibt Silvia Bahl vom Filmdienst.

10.09./ Weltecho

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