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DIY Festival im Subbotnik

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DIY Festival im Subbotnik

DIY, kurz für Do it Yourself, hat eine lange Geschichte zwischen Baumarkt und Punkkonzert. Das Team Dito-Festivals entführt im September für ein Wochenende in die Welt des Selbermachens.

Mit dem Aufkommen der Punk-Bewegung in den 1970er-Jahren stand die Phrase „Do it yourself!“ hoch im Kurs. Sie meinte aktiven Konsum jenseits fertiger Waren, Massenproduktion und Musikindustrie. In Eigenregie wurden Platten verkauft, Fanzines gestaltet und Jacken genäht. Der Begriff selbst ist schon älter. Er ist eng mit der zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufkommenden Begeisterung fürs Heimwerken verbunden. Heute durchdringt der Imperativ des „Do it yourself“ – von Skillsharing über Baumärkte bis hin zu Maker Faires – alle Bereiche des gesellschaftlichen. Davon genervt sangen vor einigen Jahren Tocotronic: „Was du auch machst, mach es nicht selbst!“

Einen eigenen Zugang zur DIY-Idee suchen die Macher*innen des Dito-Festivals. Vom 13. bis zum 15. September laden sie zum Ausprobieren und Mitmachen ins Subbotnik ein. Dafür haben sie zum zweiten Mal ein volles Programm unter dem Motto „Dito ist DIY, nur gemeinsam“ zusammengestellt. Es finden Workshops zum Bau von Lastenfahrrädern, Möbeln und Lehmöfen statt, alter Kleidung kann bei der Upcycling-Session neues Leben eingehaucht werden und wer Lust zum Musik machen hat, darf sich während der Dada-Show und im Jam Space nach der Devise „Vorkenntnisse sind von Nachteil“ austoben. Auch für den passenden theoretischen Rahmen ist mit Vorträgen und Inputs gesorgt worden. Zum Beispiel spricht Tobi Rosswog zum Thema „Afterwork – Radikale Idee für eine Gesellschaft jenseits der Arbeit“.

Wer vom Selbermachen eine Pause braucht, hat während des musikalischen Rahmenprogramms die Gelegenheit dazu. Das kann sich durchaus sehen und hören lassen. Am Freitag sind beispielsweise Station 17 zu Gast. Die 1989 von Kay Boysen gemeinsam mit Bewohner*innen der Hamburger Stiftung Alsterdorf initiierte Band vereint Menschen mit und ohne Behinderung. Bekannt wurde es durch Kollaborationen mit Künstler*innen wie DJ Koze, Cosmic DJ oder Barbara Morgenstern. Für abschließende Hüftschwünge zu schrägen Sounds sorgen am Samstagabend Aryon Agape und Felde.

Ein Ausflug zum Dito lohnt sich zudem wegen des Veranstaltungsorts: Das Subbotnik ist eine ehemalige Mensa in DDR-Ästhetik mit riesiger Grünfläche in Uni-Nähe. Heute wird es als Jugend- und Kulturzentrum genutzt. Wer einen eigenen Eindruck vom Subbotnik und dem Dito haben will, muss sich diesen allerdings – selber machen.

Das ganze Programm gibt es auf dito.blogsport.de

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