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Postmoderne Depressionen

Das melancholische Mädchen

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Das melancholische Mädchen streift fast nackt unter ihrem Pelzmantel und mit wechselnden Trendtupierfrisuren durch die Großstadt auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt, oder einfach einem Platz zum Schlafen. Dabei trifft sie auf Existenzialismus, Spätkapitalismus und überraschend plötzlichen Feminismus, umrandet von einer rosa-hellblauen Dekowelt.

Susanne Heinrichs Filmdebüt „Das Melancholische Mädchen” ist ein fingerhebender Kunstfilm der humoristisch besonderen Art. Die gewollte Künstlichkeit ist in jedem der 15 lose miteinander verwobenen Kapiteln zu erkennen, ja gar zu spüren. Die Protagonistin führt einen Krieg gegen sich selbst, der zu einem bunt veräußerten Politikum wird. Es sind die Probleme der Postmoderne, verpackt in Warenhausschaufenster-Sets und zerstreuten Big-Band-Sounds. „Es gab den Film halt noch nicht. Deswegen musste ich ihn machen”, erklärt die Wahlberlinerin. Der Abschlussfilm für ihr Regie-Studium an der Filmakademie Berlin gewann den Max-Ophüls-Preis als „Bester Spielfilm” und ist seit dem 27. Juni in deutschen Kinos zu sehen. Das Weltecho Kino zeigt die Kunst-Komödie am 1.-3.07. um 19:00.

01. - 03.07. / 19:00 / Weltecho

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