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Der dressierte Mann im Schauspielhaus

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Das Leben von Bastian und Helen scheint perfekt zu sein, bis ein vermeintlicher Segen für die beiden zum Verhängnis wird…

Sie haben beide gut bezahlte Berufe in derselben Bank, er kocht täglich für beide, der Wunsch nach Kindern tritt immer mehr in den Vordergrund und sie lieben sich. Ja, das Leben von Bastian und Helen scheint perfekt zu sein, bis ein vermeintlicher Segen den beiden zum Verhängnis wird. Helen wird befördert und ist nun Stellenmäßig weit über Bastian angelangt, von ihrem gesteigerten Gehalt ganz abzusehen. Das Glück ihrerseits jedoch weckt Neid und Wut in Bastian, welcher sich in seiner Rolle als Mann missverstanden fühlt. Als sofortige Reaktion zieht er den von ihm geplanten Heiratsantrag zurück und während die Finanzen in die Höhe schießen, sinkt die Stimmung bei den beiden rapide ab. Als selbst ernannte Problemlöser erscheinen die Mütter von Helen und Bastian, um  sich am Geschehen zu beteiligen. Bastians Mutter ist als engagierte Feministin von den Taten ihres Sohnes enttäuscht und Helens raffiniert gerissene Mutter ist in der Kriegführung talentiert genug, um ihrem Schützling unter die Arme zu greifen. Die beiden Frauen sind dabei so stark auf ihre eigenen Taktiken fokussiert, dass die Bedürfnisse von Bastian und Helen dabei auf der Strecke bleiben.

Im Mittelpunkt des Stückes steht ganz klar eines: der Feminismus. Die Streitschrift „der dressierte Mann“ von Esther Vilar, auf der das Stück basiert, wurde auch zu einer Stütze der Feministischen Bewegung in den 70er Jahren. Inszeniert wurde das Stück am Schauspielhaus Chemnitz von Herbert Olschok und in den Rollen Helen und Bastian sind Marko Bullak und Seraina Leuenberger zu sehen.

Bild: Dieter Wuschanski

27.05. / 19:30 / Schauspielhaus, Große Bühne

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