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Die Goldfische

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Die Goldfische mit ihren zwei Pflegern, auf Kamera zulaufend

Fünf Menschen mit Behinderung fahren in einem Van über die Grenze, um Schwarzgeld zu schmuggeln. In Deutschland kann das nur eins bedeuten: Eine Kino-Komödie, am besten mit Tom Schilling. Allerdings kein schmalziger Feel-Good-Movie.

Oliver (Tom Schlilling) ist der klischeehafteste erfolgreiche Manager, den man sich vorstellen kann,  bis er querschnitsgelähmt in der Rehaklinik landet. Als er erfährt, dass die Polizei seinem illegalen Konto in der Schweiz auf der Spur ist, steht fest, dass das Geld schläunigst wieder nach Deutschland gebracht werden muss. Nur alleine kann er das schlecht bewerkstelligen. Er trifft auf eine Vier-Personen-Behindertenwohngruppe mit zwei Pflegern und so beginnt ein Roadtrip zur Rettung des Geldes, der das Augenmerk auf ganz andere Aspekte legt. Zwei Autisten, Michi und Rainman, die kürzlich erblindete Magda und eine Franzi mit einem Downsyndrom werden mit Oliver zu den Hauptdarstellern des Films. An keiner Stelle werden sie lächerlich gemacht, sondern herzlich und gnadenlos ehrlich gezeichnet. Ab und zu tappt der Film in Klischeefallen, doch größtenteils ist er lustig, herzerwärmend, indem er Menschen darstellt, die ihr Leben souverän gestalten doch erschreckend selten eine Plattform bekommen.
„Die Komik entsteht dabei aus der Reibung zwischen Erwartung und Realität, zwischen beschränkendem Vorurteil und beflügelnder Lebenslust. Dass der Witz nie auf Kosten der Menschen mit Behinderungen zündet, hat mit der liebevollen Zärtlichkeit des Blicks zu tun, mit dem Alireza Golafshan von ihrem Anderssein erzählt, das mal Handicap und mal Chance ist, mit dem ganz besonderen Licht, in dem er seine gar nicht so hilflosen Schützlinge zeigt.” urteilt epd-film.

30.07. / 21:15 / Theaterplatz

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