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Frischer Frisch

Homo Faber im Schauspielhaus Chemnitz

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Für Theaterbesucher, die noch immer die vermeintlich goldenen Jahre des Chemnitzer Schauspiels Ende der 80er glorifizieren, bietet sich nun die Möglichkeit zum Realitätsabgleich. Denn Hasko Weber kehrt als Regisseur zurück an die Bühne im Park der OdF.

Weber wirkte von 1987 bis 1990 hier, zunächst als Schauspielstudent, dann fest mit Regieaufträgen. Diese kurze Spanne reichte aus, ihn zur Legende werden zu lassen. Vor allem die von ihm 1989 initiierte „Dramatischen Brigade“ schrieb Theatergeschichte. Diese Gruppe von Bühnenkünstlern entwickelte gleichberechtigt die Inszenierungen. Bereits mit ihrer ersten Produktion „Schlötel oder Was soll‘s“ von Christoph Hein erregte sie künstlerisch und politisch Aufsehen. Von da ab stieg Hasko Weber zu einem der wichtigsten deutschen Theatermacher auf – seine Stationen als Schauspieldirektor in Dresden, als Hausregisseur und später Intendant des Staatstheaters Stuttgart und aktuell die Generalintendanz des Deutschen Nationaltheaters in Weimar waren und sind von Kritiker- und Publikumslob gesäumt und mit Preisen gekrönt.

Bei der Rückkehr an seine erste Wirkungsstätte inszeniert er Max Frischs Roman „Homo Faber“. Dabei will er an die Arbeitsweise der „Dramatischen Brigade“ anschließen und Dramatisierung und Inszenierung mit dem gesamten „Homo faber“-Team im Probenprozess entwickeln. Smells like Höhepunkt!

Handlung: Manchmal passieren die seltsamsten Zufälle. Dies könnte das Motte des Walter Fabers sein, denn seine abstruse Geschichte beginnt, als er auf einem Flug den Bruder seines Freundes Joachim findet. Zusammen mit ihm an seiner Seite begibt sich Walter auf die Suche nach Joachim in den dichten Dschungel Guatemalas, um dort Joachims Leichnam in seiner eigenen Farm vorzufinden. Hinzu kommt die schöne Sabeth, deren Bekanntschaft er auf einer Schiffsreise macht und mit der er eine Liebesbeziehung eingeht... nicht wissend, dass es seine eigene Tochter Elisabeth ist mit der er diese Erfahrung macht. Jenes Mädchen ist jedoch gleichzeitig auf der Suche nach ihrer Mutter und so trifft Walter unvorhergesehen auch auf die ehemalige Liebe seines Lebens, was ihn in weitere Probleme drängt.

Der Bericht von Max Frisch aus dem Jahre 1957 wurde von Hasko Weber inszeniert und in den Hauptrollen sind Otto (Walter Faber) und Seraina Leuenberger (Sabeth) zu sehen.

„Gewiss die beste Form, Prosa auf die Bühne zu bringen. Sein erstes Ziel scheint zu sein, den Text als immer noch relevant vorzustellen. Er lässt Faber seinen Bericht umstandslos und lakonisch beginnen, mit einer Hand in der Hosentasche.“ sagt Michael Helbig von der Thüringer Allgemeine

17.02. / 15:00 / Schauspielhaus, Große Bühne

Foto: Dieter Wuschnski

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