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Isolation Berlin im Atomino

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Isolation Berlin im Atomino

Endlich spricht's mal einer laut aus: Berlin kann auch ziemlich ungeil sein. Desillusioniert von Traurigkeit und Isolation der Großstadt haben die Jungs schnell eine Band gegründet, um all diese Gefühle in die Welt zu singen. 2016 erschien ihr Debüt, nun stellen sie ihre zweite Platte vor.

„Vier gebrochene Herzen, die die Wogen der Großstadt wie Abfallprodukte der Spaßgesellschaft in die rauchigsten Bars der Stadt geschwemmt hat“, so beschreiben Isolation Berlin ihr Kennenlernen. Ende 2014 erschien ihre erste EP „Aquarium“, direkt ein Jahr später folgte mit „Körper“ die zweite. Darauf ließen sie das ach-so-viel-gehypte Berlin mit Zeilen wie „Ich hab endlich keine Träume mehr“ und „Ich hab keine Angst vorm Sterben mehr“ ziemlich deprimierend wirken, die fröhliche Orgel sorgt für herzerwärmenden Kontrast zum Text. Isolation Berlin nennen ihre eigene Musik eine Mischung aus „Berliner Schule“ und „Protopop“ und erinnern dabei an Ton, Steine, Scherben.

Ihr Debütalbum "Und aus den Wolken tropft die Zeit" erschien bereits 2016, jetzt haben sie endlich den Nachfolger hinterher geschoben: "Vergifte dich nicht" rattert noch immer irgendwo zwischen New Wave und Post-Punk und ist immer noch ein bisschen deprimierend. Der Musikexpress attestiert: "Sicher, Bamborschke schreibt noch immer schönste Alltagslyrik, die erahnen lässt, wie sich die frühen Element of Crime angehört hätten, wären sie nicht schon immer alte Seelen gewesen. Zu ungekannter Größe aber finden Isolation Berlin, wenn sie das Abstraktionslevel erhöhen, etwa bei „Melchiors Traum“, dem bisher wohl komplexesten Song der Band. All das fügt sich zu einem Album, das versucht, uns auf Distanz zu halten. Und uns Romantiker, Schnösel, Hedonisten genau deshalb umso heftiger packt."

18.04. / 20:00 / Atomino

Foto: Isolation Berlin/ Staatsakt

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