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Kolja Mensing liest im Odradek

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Kolja Mensing liest im Odradek

Kolja Mensing hat die romantische Geschichte von der Verlobung seiner Großeltern schon oft gehört – und er verarbeitet diese Familiengeschichte in seinem Roman "Fels".

Der Schriftsteller und Kulturkritiker Kolja Mensing war bereits als Kulturredakteur für die taz tätig, seit 2011 arbeitet er als Literaturredakteur bei Deutschlandfunk Kultur. Er veröffentlichte bereits einige Essays und realisierte zwei interaktive Dokumentarfilmprojekte. Immer wieder befasst er sich in seinen Arbeiten auch mit seiner eigenen Geschichte, so 2011 in seinem autobiographischen Essayroman „Die Legenden der Väter“ und auch in der 2018 erschienenen Fortsetzung „Fels“, aus der er heute Abend im Odradek im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur liest.

Das Buch erzählt die romantische Geschichte von der Verlobung von Koljas Großeltern, die der Schriftsteller schon oft gehört hat: Frühjahr 1940. Eine dreizehnjährige Schülerin und ein Wehrmachtssoldat tauschen Briefe. Sie verlieben sich ineinander, und drei Jahre später – am Heiligabend 1943 – verloben sie sich in aller Heimlichkeit. Als seine Großmutter ins Krankenhaus kommt, lässt er sie sich trotzdem noch einmal erzählen, und diesmal erwähnt seine Großmutter auch Albert Fels, einen jüdischen Viehhändler, der während ihrer Kindheit gleich nebenan im Haus ihres Onkels lebt. Zu Beginn des Krieges wird er in eine Heil- und Pflegeanstalt eingewiesen und kehrt nie wieder zurück in das kleine Dorf im Norden Deutschlands. Man weiß ja, was damals passiert ist, sagt die Großmutter, und damit fallen die dunklen Schatten der Euthanasie und des Holocaust auch auf die Geschichte von der großen Liebe ihres Lebens. Doch als Kolja Mensing versucht, mehr über das Schicksal des jüdischen Viehhändlers in Erfahrung zu bringen, wird es kompliziert: Welchen Platz nimmt Albert Fels in den Erinnerungen der Familie ein? Und: Wie ist er tatsächlich ums Leben gekommen?

17.03. / 17:00 / Odradek

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