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Leipziger Festival kommt nach Chemnitz

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Leipziger Festival kommt nach Chemnitz

Tänzerin und Choreographin Valencia James kommt am 25. Mai ins Komplex.

Das Leipziger Traditionsfestival „Off Europa“ (21. - 26. Mai) macht in diesem Jahr erstmals auch in Chemnitz Programm. Mit dem Länderschwerpunkt Ungarn holt „Off Europa“ Tanz, Film, Schauspiel, Musik und Performance nach Leipzig, Dresden und Chemnitz. 371 hat bei Festivalleiter Knut Geißler nachgefragt, wo das Festival seine Wurzeln hat und was uns erwartet.

Off Europa gibt es in Leipzig schon echt lang - wie kam’s?
Off Europa wurde 1992 unter dem Namen MANöVER gegründet, kurz nach dem Theaterfestival euro-scene. Die wuchs aus dem Theaterverband der DDR, während wir eine Künstlergruppe waren, die schlicht das Bedürfnis hatte, Gastspiele nach Leipzig zu holen. Die erste Aufführung war ein Bukowski-Abend aus Herne in der naTo, etwas später haben wir die Kulturfabrik Werk 2 mit eingeweiht. Das lief dann immerhin so gut, dass wir seit dieser Zeit von der Stadt Leipzig anhaltend gefördert werden.

Warum gibt's das jetzt auch erstmalig in Chemnitz?
Im Prinzip ein alter Wunsch. Nicht weil wir unbedingt größer werden wollen, wir möchten vor allem effektiver arbeiten. Anfangs wollten wir das Programm in Leipzig und Dresden annähernd identisch halten, meistens gab es aber auf Grund von unterschiedlichen Raumgrößen Probleme, alles gleichermaßen umzusetzen. Jetzt haben wir zu Gunsten von Chemnitz das Programm in Dresden reduziert, wir denken es jetzt eher als Abstecher und können so gezielter Aufführungen auswählen, die wirklich passen. Auch zu Rezeptionsgewohnheiten und -erwartungen. Für Chemnitz müssen wir das natürlich noch erforschen.

Wie kam es zum Kontakt mit dem Komplex?
Ich kenne Heda Bayer aus unterschiedlichen Konstellationen schon seit vielen Jahren und mochte die Idee Komplex sofort. Da steckt so viel Leidenschaft und Arbeit drin, das lässt sich nicht hoch genug schätzen. Auf alle Fälle ein Ort, eine Umgebung voller Möglichkeiten. Für Künstler und Publikum gleichermaßen.

Wie funktioniert das mit eurer Gastauswahl? Reist ihr durch Europa und schaut, was gerade spannend ist?
Es ist ja immer nur ein Land. Und irgendwo lässt sich anknüpfen. Ein Haus, eine Künstlergruppe, ein, zwei Festivals. In den 90ern konnte so eine Reise schon mal sechs Wochen dauern. Allerdings ließ sich damals – noch ohne Internet – auch kaum etwas vorbereiten.

Kommen alle programmierten Künstler aus Ungarn?
Die in Barbados geborene Choreographin und Tänzerin Valencia James hat acht Jahre in Ungarn gelebt und ist gerade mit ihrem ungarischen Mann in die USA gezogen. Alle anderen Gäste sind tatsächlich aus Ungarn. Im Falle der Türkei 2012 z.B. hatten wir auch in die Diaspora geschaut. Bei Ungarn wollten wir das nicht. Wir wollten bewusst über die Verhältnisse im Land ins Gespräch kommen.

Die meisten Programmpunkte werden exklusiv in den jeweiligen Städten gezeigt. Wollt ihr zum Reisen anregen?
Es gibt da verschiedenste Gründe. „War Paint“ brauchte eine Wohnung. Die war in Chemnitz verfügbar und passte sehr gut. Andere Aufführungen brauchen größere Räume. Oder sind technisch nicht überall zu realisieren. „Magyar akác – Die ungarische Akazie“ wollte ich unbedingt in allen drei Städten zeigen. Eine Mischung aus Absicht und Notwendigkeiten. Im Zweifel sind es ja nur 80 Kilometer.

Das komplette Programm unter: www.bfot.de

21. - 26.05. / Komplex

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