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Film in Öl

Loving Vincent im Kino

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Loving Vincent im Kino

Dieser Film ist wahrlich etwas besonders: Loving Vincent, eine Filmbiografie über Vincent van Gogh, gilt als der erste Animationsfilm in Spielfilmlänge, der aus ausschließlich aus Ölbildern besteht.

Der niederländische Maler Vincent van Gogh gilt als einer der Begründer der modernen Malerei. Er starb mit nur 37 Jahren durch eine Schussverletzung, die er sich selbst zugefügt haben soll und hinterließ rund 864 Gemälde, über 1000 Zeichnungen und etliche Briefe, in denen er viele Hinweise auf sein malerisches Werk gibt. An diesen Briefen orientiert sich auch die Handlung des Filmes von Dorota Kobiela und Hugh Welchman.

Der junge Armand Roulin soll einen Brief an Theo, den Bruder Vincent van Goghs überbringen, nachdem letzterer sich in einem Kornfeld das Leben genommen hat. Als er dort ankommt stellt Armand fest, das auch Theo tot ist. Diesen tragischen Umstand nimmt Armand zum Anlass, mehr über den Maler erfahren zu wollen und ist bald völlig fasziniert von ihm. So schürt er den Verdacht, dass der Tod am Ende gar kein Selbstmord war und geht auf die Suche nach der Wahrheit. Er spricht mit Menschen, denen Vincent in seinen letzten Monaten begegnet war und erfährt das ganze Schicksal des Künstlers.

Für den Film malten 30 Maler per Hand viele Tausende Frames in van Goghs Stil, die auf zuvor gedrehtes Referenzmaterial der beteiligten Schauspieler aufgetragen wurden. Ein insgesamt 125-köpfiges Team erstellte so 1.400 Animationen im Stil des Künstlers, die etwa 100 seiner bekannten Meisterwerke verarbeiteten. Manche Quellen sprechen von insgesamt 65.000 Einzelbildern. Julia Voss von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreibt „Loving Vincent“ als den schönsten und überraschendsten Kunstfilm des Jahres: „Wer hätte gedacht, dass es einen Film braucht, um an den alten Zaubertrick der Malerei zu erinnern? Wie eine Welt aus Farbe und Strichen entsteht, zeigt „Loving Vincent“ in jedem Bild. Und das Wunder, von dem man nicht genug bekommen kann, besteht darin, dass man den Trick sieht und sich die Illusion trotzdem einstellt.“ Als würde der Sog der Bilder nicht schon reichen, so Voss weiter, komme noch der des Plots dazu, und damit sei der Film auch ein kluges Kriminalstück.

29.04. / 14:00 / Metropol

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