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Maker Faire zum dritten Mal in der Stadthalle Chemnitz

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Maker Faire zum dritten Mal in der Stadthalle Chemnitz

Du hast krude Ideen, wühlst gern durch alten Schrott oder hast dir deine Kaffeemaschinen-Wecker-Konstruktion selber zusammengebaut? Dann solltest du dringend bei der Maker Faire in der Stadthalle vorbeischauen.

Denn dort können sich am 23. und 24. März all diejenigen Tüftler und Bastler präsentieren, die an spannenden Projekten schrauben, einen eigenen Prototyp vorstellen wollen oder aber einfach mal ein paar wilde Basteleien unters Volk bringen möchten. Was vorgestellt wird, dem sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Denn die Maker Faire ist eine besondere Messe: Hier geht es ums Ausprobieren, ums Anfassen, Testen und natürlich vor allen Dingen ums Staunen. Das Konzept stammt, natürlich, aus Amerika: Dort organisierten die Herausgeber des amerikanischen Make-Magazins 2006 in Kalifornien die erste Maker Faire. Heute gibt es weltweit bereits 375 solcher Veranstaltungen. Bei der ersten sächsischen Maker Faire 2017 begeisterten sich rund 3500 Gäste und über 60 Aussteller für diese Idee. In diesem Jahr haben sich bereits Maker aus Sachsen, Tschechien und Österreich angemeldet.

Maker sind, so wünschen sich die Organisatoren der Veranstaltung, im besten Falle „experimentierfreudige Selbermacher, erfinderische Querdenker und Technikenthusiasten“, eine Altersbegrenzung gibt es nicht. Auch Akteure aus FabLabs, Hack(er)Spaces oder Mitglieder aus technischen Vereinen sind jederzeit willkommen, ihre Kreationen auszustellen. Dass man mit seinen Spielereien mitunter auch Erfolg haben kann, das beweist Conrad Koczielski: Der Tüftler stellte auf der ersten Maker Faire 2017 einen Kasten vor, der am Kappelbach verschiedene Daten sammeln konnte. Infolgedessen entstand eine Zusammenarbeit mit der Firma WIR electronic. Und in diesem Jahr ist Koczielski wieder mit dabei: Diesmal mit seiner Wavesurfer AG am Eurogymnasium Waldenburg, in der sich Schüler*innen mit Elektronik, Elektrotechnik und Programmierung auseinandersetzen.

In diesem Jahr sorgt die Maker Faire neben den ganzen eher nerdigen Themen auch für ein bisschen Sport: Vor der Stadthalle wird ein Mini-Golf-Materialparkour aufgebaut, auf dem die Besucher*innen spielerisch die sächsische Industrie und Makerszene erleben können und auch drinnen finden sich einige Gelegenheiten, den Schläger zu schwingen. Die Chemmedia AG (nun wird’s doch wieder nerdig) beispielsweise hat an einer digitalen Variante getüftelt, bei der der Golfball nicht mit einem Schläger, sondern mittels Smartphonesteuerung eingelocht wird.

An beiden Tagen wird es auch in diesem Jahr wieder ein Rahmenprogramm aus ganz verschiedenen Workshops, Vorträgen und Projekten geben. Eines davon leitet Simon Kimme von der Fakultät Maschinenbau der TU Chemnitz: Bei „Probieren gehört zum Studieren“ werden unter anderem Projektergebnisse aus dem Mechatronik-Studium an der TU vorgestellt. Auch in seinem Vortrag „In der Schule für Technik begeistern – Angebote der Fakultät Maschinenbau“ am Samstag um 15 Uhr stellt er das breite Angebot des Instituts vor. Wer hier Blut geleckt hat, kann sich anhand einfacherer Experimente vor Ort direkt selbst mit der Materie befassen. Schüler*innen, die bereits im Vorfeld zur Maker Fare an Workshops teilgenommen haben, präsentieren außerdem mit unter anderem einer Zeichenmaschine und einem Wecker mit blinkenden LEDs ihre Ergebnisse.

Wer es weniger technisch mag und sich eher für Comics begeistern kann, für den ist die Kunst- und Designzone der Messe der richtige Anlaufpunkt: Das Leipziger Comiclabel „Fistful Fumetti“ und die „Goodleg Toys“, ein Berliner Spielzeughersteller, zeigen dort wie Comics von der Skizze bis zum Heft entstehen und auch, wie daraus dann eine plastische Actionfigur mitsamt stilvoller Verpackung gefertigt wird.

Kinder, Nichten und Neffen und kleine Geschwister können an dem Wochenende übrigens ebenfalls problemlos mit in die Stadthalle gebracht werden: Während ihr euch Ideen holt, können die nämlich spielerisch ihre Liebe zur Wissenschaft, Technik und dem Umgang mit Materialien und Werkzeugen entdecken. Am Sonntag findet, wie auch bereits im vergangenen Jahr, wieder die Kinder-Uni der TU Chemnitz statt, zu der alle Nachwuchswissenschaftler kostenlos eingeladen sind. Prof. Dr.-Ing. Jörg Hübler von der Hochschule Mittweida spricht dort zu dem Thema „Wie entsteht ein Motorrad“. Passend dazu können die Juniorstudentinnen und -studenten im Anschluss (ebenfalls kostenfrei) zum Beispiel beim Messestand des Motorradmuseums Zschopau vorbeischauen. Dort werden verschiedene Schnittmodelle von Motoren ausgestellt, an denen das eben erlernte direkt selbst ausprobiert werden kann.

Text: Lisa Kühnert, Bild: Mark Frost – frostfrei.de

23. & 24.03. / Stadthalle Chemnitz

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