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Im Bann

Mala Herba im Odradek

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Die Künstlerin, stark um die Augen und Lippen geschminkt, und dunkel gekleidet, vor einem blauen Vorhang

Wo Schrebergärtner panisch im Kreis rennen und Glyphosat bei Bauern trendet, ist die polnische Künstlerin Mala Herba ein Fan von Unkraut. Ihre dunkle, mystische Kunst soll in uns etwas abseits des Biedermeier Rollrasens zum Wachsen bringen- uns selbst.

Mala Herba heißt übersetzt so viel wie Bösartige Pflanze. Der Garten unserer Seele wird von der polnischen Künstlerin mal ordentlich umgegraben. Sie beschäftigt sich mit osteuropäischer Mythologie und sieht ihre düstere, zauberhafte, elektronsiche Darkwave Musik als Hommage an ihre Mutter, Großmütter und alle starken Frauen. Ihre Kunst soll inspirieren, alles zu spüren. Trauer, Ekstase, den eigenen Körper und Sexualität. Die Quintessenz: wachsen. Wuchern, wie Unkraut, dahin gehen, wo andere einen gar nicht haben wollen. Das passt, denn auch als queere, in Österreich lebende Aktivistin geht sie regelmäßig in die Öffentlichkeit und säht ihre Botschaften, wo sie nur kann. Nicht nur mit dem Synthesizer.

Ihr 2017 veröffentlichtes Album enthält polnische Beerdigungslieder, sowie das über das grüne Kraut gelobte Stück Rusalki. Es stammt aus Tschernobyl, und handelt von ertrunkenen Jungfrauen, die Männer anlocken, um sie zu Tode zu kitzeln.
Rusalki gibt es hier zu hören.

05.09./21:00/ Odradek

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