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Melancholischer Glanz

Miss Swallow and Me veröffentlichen erste LP

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miss swallow

Unaufgeregt und dennoch auf eine kraftvolle Weise ergreifend ist die Musik des Folk/Singer-Songwriter-Duos Miss Swallow And Me. Etwa ein Jahr nach ihrer Debütsingle erscheint jetzt das langerwartete Album „The Seeming And The Real“.

„Wir verbinden mit dem Titel `The Seeming And The Real´ den Mut aufzubringen hinter manche Kulisse zu schauen. Während die EP in sich sehr stimmig war, ist die LP etwas unbequemer, wird damit aber auch ihrem Titel eher gerecht. Es fühlt sich für mich beinahe wie ein Konzeptalbum an, allerdings gab es nie ein Konzept“, erzählen die beiden Studentinnen aus Chemnitz und Leipzig über den Weg, den sie musikalisch und textlich im letzten Jahr genommen haben.

Jetzt gibt es bekanntermaßen natürlich nicht wenige melancholisch angehauchte Singer Songwriter/Pop-Duos. Doch irgendwie klingt bei „Miss Swallow And Me“ auf eine schwer zu fassende Art alles ein bisschen anders, unverwechselbarer und einnehmender.

Doch wie entsteht eigentlich ein in seiner Art so typischer „Miss Swallow And Me-Song“?
„Linda oder ich schreiben ein Stück fertig, mit Text und Musik. Dann spielen wir es völlig aufgeregt dem anderen vor. Dann sagt der andere `oh das ist aber schön, kannst du es bitte nochmal spielen´. Wir spielen es zehn Mal und der jeweils andere experimentiert mit verschiedensten Instrumenten oder Stimmen dazu, so lange bis wir es gut finden. Manchmal kann diese Phase des Experimentierens auch fast ein Jahr dauern“, erklären sie lächelnd.


10 Songs sind auf dem neuen Album zu finden, die alle bei einem befreundeten Tontechniker der Band seit letztem Herbst eingespielt wurden. Doch ihre Faszination und Liebe zu Musik reicht viel weiter zurück: „Ich glaube, wir wollten beide als Kinder Sängerinnen werden. Linda hat sich nur nie getraut, weil sie die schreckliche Vorstellung hatte, dass man als Sängerin diese hässlichen Kostüme anziehen muss, wie die im Fernsehen. Also war der Traum leider für eine gewisse Zeit gestorben. Naja, dann wird man groß, es lässt einen nicht los. Man fängt wieder an. Spielt einfach drauf los, lernt die Instrumente auf die man Bock hat und zack ist da plötzlich ein Lied. Gemeinsam machen wir jetzt seit Frühling 2010 Musik.“

Für sie ist und bleibt Musik nur ein Hobby. Wenn sie auch gerne ein halbes bis ein ganzes Jahr an einem Album arbeiten, Konzerte spielen und einfach Lust haben zum experimentieren, nehmen sie das mit dem Erfolg eher bescheiden. „Wir freuen uns, wenn Menschen unsere Musik mögen, sie vielleicht sogar genießen. Wenn dass `erfolgreich sein´ heißt, dann wollen wir erfolgreich sein. Ich glaube, weil wir keinen Bock haben unter zu viel Druck zu arbeiten, werden wir wohl nie Stadien füllen. Was wir auch wirklich nicht wollen.“ Potenzial hätten sie dabei in Hülle und Fülle.

Am 30. Mai jedoch feiern sie zunächst das Release von „The Seeming And The Real“ im Atomino und haben dazu durchaus klare Vorstellungen: „Der tolle Danny Glisten wird die Bühne eröffnen. Wir spielen danach und hoffentlich gibt’s hinterher noch ein bisschen Tanzbares. Wir werden zwischendrin wahrscheinlich wieder die ein oder andere Dummheit von uns geben, weil wir so aufgeregt sein werden, dass wird uns dann ein bisschen peinlich sein. Aber naja. Wir werden vielen Leuten hallo sagen und mindestens einen Schnaps trinken.“ Sympathischer geht es kaum.

Text: chezz Foto: Presse
Info: missswallowandme.bandcamp.com (hier gibt es schon drei Songs des neuen Albums zum Reinhören)

30.05. / 22:00 / Atomino

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