Tipps

Stumme Bilder

Murnaus Faust läuft im Weltecho

Veröffentlicht am:

Murnaus Faust läuft im Weltecho

Ohne Zweifel ist Friedrich Wilhelm Murnau einer der bedeutendsten deutschen Regisseure aus der Stummfilmära. Im Weltecho wird heute „Faust“ gezeigt, ein Film aus dem Jahr 1926, live begleitet vom Pianisten Jürgen Kurz.

Murnau wurde 1888 in Bielefeld geboren, zu seinem Markenzeichen wurde vor allem die revolutionäre Kameraarbeit, die so genannte "entfesselte Kamera", die er gemeinsam mit dem Kameramann Karl Freund entwickelte. Diese vollkommen neue Technik befreite die Kamera von ihrer Statik, die so völlig andere Perspektiven einfangen konnte als bisher. Dadurch wurde auch Hollywood auf ihn aufmerksam: Sein erster dort produzierter Film "Sunrise" gewann bei der allerersten Oscarverleihung 1927 drei der begehrten Trophäen. Auch „Tabu“ wurde 1931 mit einem Kamera-Oscar geehrt. Sein Werk "Nosferatu-Eine Symphonie des Grauens" gilt zudem bis heute als seine bedeutendste Arbeit: Der 1922 entstandene Spielfilm ist eine nicht-autorisierte Adaption von Bram Stokers "Dracula" und gleichzeitig einer der ersten Horrorfilme überhaupt.

Heute läuft im Weltecho Murnaus Film „Faust – eine deutsche Volkssage“, der den Goethe-Stoff ganz neu erzählt: Vor dem Hintergrund einer mittelalterlichen Pestepidemie verschreibt der Alchimist Faust seine Seele dem Teufel und wird mit der Gabe ewiger Jugend beschenkt. Erst spät erkennt der Gelehrte seine Hybris, und nur sein Verzicht kann das geliebte Gretchen vor dem Scheiterhaufen retten.

Der Stummfilm wird im Weltecho begleitet von Jürgen Kurz am Piano. Dieser ist Stummfilmpianist und Organist und seit 1981 als Stummfilmmusiker tätig. Er studierte Musik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler und arbeitete schon als Theatermusikkomponist am Kammertheater Neubrandenburg, Volksbühne Berlin und Thaliatheater Halle. Außerdem leitet er "Das Exzentrische Filmorchester".

19.01. / 20:00 / Weltecho Kino

Zurück