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Once Upon A Time In Hollywood im Metropol

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Brad Pitt (links) als Cliff Booth und Leonardo Dicaprio als Rick Dalton

Noch ein Tarantino Film, dann soll Schluss sein. Sein vorletztes Werk, Once upon a time in Hollywood, ist eine verklärte und zugleich düstere Hommage an die Filmära der 1960er Jahre.

Rick Dalton (Leonardo Dicaorio) ist ein mittelalter Westernschauspieler auf dem absteigenden Ast, der sich aus Geld- und Geltungsnot an eine Rolle in einem halbgaren Italo-Western klammert. Gerade so kann er sich ein Haus neben Sharon Tate (Margot Robbie) und Roman Polanski leisten, deren Rolle sich später im Film herauskristallisiert. Sein privates Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) ist zudem sein Buddy und Chauffeur, der in einem Trailer wohnt und außer seinem Hund und seinem Job nicht viel hat.
Der Drama-Krimi erzählt viele Geschichten unterschwellig und zugleich, doch vor allem die von einem scheinbar bedeutenden und dann doch wieder belanglosen Leben voller Ruhm und Armut. Im Laufe des Filmes zeigt Tarantino mit der Manson Familie und deren Gräueltaten wie gewohnt sein düsteres Menschenbild. Abgründe, die nicht nur menschlicher, sondern auch ökologischer Natur sind. Die beiden Protagonisten verbindet eine Männerfreundschaft, die darauf basiert und dessen trotzt, dass Dalton den Ruhm, das Haus, das Auto besitzt, während Booth von Pferden fällt, den Kopf hinhält und die Limousine fährt. Tarantino war 1969, zum Zeitpunkt des Geschehens, sechs Jahre alt und doch glänzt er mit einem Reichtum an enzyklopädischem Wissen und Zitaten der Filmindustrie und verstrickt sie mit sich selbst.
„Für Tarantino scheint es ein Heidenspaß zu sein, dem Publikum weiszumachen, sein Film sei eine Reise ins Wunderland des alten Kinos. Tatsächlich ist sein Hollywood der Spiegel des großen Amerika, der Spiegel einer Spaltung. Auf der einen Seite die Kulturindustrie mit ihren Bildern voller sinnloser Gewalt; auf der anderen Seite das vom Kino Verleugnete – das Reale, das Leben oder wie immer man es nennen will.”, schreibt Thomas Assheuer auf zeit.de.

12.-29.09./ Metropol

Foto: esquire.com

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