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Montags in Köpfen

PEGIDA-Dokumentation im transit

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Bild von einer PEGIDA-Demonstration, wehende PEGIDA und Deutschland Fahnen über den Köpfen

Sabine Michel begleitete drei überzeugte PEGIDA-Anhänger drei Jahre lang, berichtet von deren Geschichten und den Demonstrationen, die für viele von uns längst an Bedeutung verloren haben.

In ihrem Dokumentarfilm "Montags in Dresden" hält Michel sich mit Kommentaren zurück, sie zeigt Menschen und ihre inneren Beweggründe, ohne sie zu verurteilen. Die Wirkung müsse beim Zuschauer entstehen, sagt sie. Und das tat sie: Der Film wurde heftig diskutiert und kritisiert, deckte auf, dass viele Berührungsängste mit dieser vermeintlich ganz anderen Gesellschaft bestehen. Die Regisseurin begleitet drei unterschiedliche PEGIDA-Anhänger bis ins Privatleben, um ihre Motive zu verstehen und mehr als eindimensional von ihnen zu berichten. Vielen ist das unangenehm, sie wollen beispielsweise dem früheren Vize Chef der Bewegung, René Jahn, nicht so nahe kommen, doch Michel fragt: "Ja, was machen wir dann mit denen, sperren wir 30 Prozent in den Keller?"
Sie möchte ohne Bevormundung und die Phrase "Die sind doch alle..." auskommen, denn genau darin sieht sie das Problem.

"(Sabine Michel) wurde vorgeworfen, dass sie zu naiv herangeht, dass sie Rassisten eine Plattform gibt. Aber [sie] hat keinen politischen, sondern einen eher psychologischen Ansatz, sie will niemanden übertrumpfen, sie will nicht Recht haben, sie will wissen, was ihre Protagonisten im Innersten antreibt. Sie hat einen Film über die Wut gemacht, die seit vielen Jahren gärt und sich seit 2014 öffentlich zeigt. Was steckt dahinter? Was sind die wahren Ursachen?" (Sabine Rennefanz, Berliner Zeitung)

16.04./ 19:00/ transit

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