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Finsteres Psychodrama

Split auf den Chemnitzer Filmnächten

Das Krankheitsbild einer multiplen Persönlichkeitsstörung dient der Erzählung einer Horrorgeschichte. Split auf den Chemnitzer Filmnächten. Auf dem Bild ist der Hauptdarsteller zu sehen.

Das Krankheitsbild einer multiplen Persönlichkeitsstörung dient der Erzählung einer Horrorgeschichte – eine „Mischung aus Entführungsdrama und subtilem Horrorfilm, elegant inszeniert und extrem spannend“ (Filmzeitschrift Cinema).

Split ist ein US-amerikanischer Psychothriller von M. Night Shyamalan, der seinen internationalen Durchbruch 1999 mit „The Sixth Sense“ feierte. Für Split wurden um die sechs Millionen US-Doller in die Dreharbeiten investiert. Anfang des Jahres lief der Film in den Kinos und erreichte ein weltweites Einspielergebnis von 277 Millionen US-Doller. Auszeichnungen bzw. Nominierungen als Bester Film, Bester Thriller, Beste Nachwuchsschauspielerin und Bester Hauptdarsteller erweiterten den Filmerfolg.

Casey (Anya Taylor-Joy), Claire (Haley Lu Richardson) und Marcia (Jessica Sula) waren gerade einkaufen und sitzen auf dem Supermarktparkplatz im Auto. Plötzlich werden sie entführt und in einen Keller gesperrt. Ihr Peiniger Kevin (James McAvoy) leidet an einer gespaltenen Persönlichkeitsstörung. 23 verschiedene Personen vereint er in seiner Psyche, die abwechselnd auftreten und für reichlich Verwirrung und Entsetzen sorgen. Auch seine Therapeutin Dr. Karen Fletcher (Betty Buckley) weiß nicht immer, wie sie Kevin helfen kann. Die Zeit vergeht, die Mädchen lernen Dennis, Patricia, Hedwig und die anderen Identitäten von Kevin kennen, versuchen sie gegeneinander auszuspielen und wagen Fluchtversuche. Doch als wäre ihr Scheitern nicht schon schlimm genug, bringt es auch noch Sanktionen mit sich. Hinzu kommt, dass eine dämonische 24. Persönlichkeit, „die Bestie“, in Kevin ausbrechen möchte. Erschreckende Wendungen, spannende Kampfszenen und die Hoffnung auf ein positives Ende lassen das Publikum mitfiebern.

Sowohl in den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich als auch im deutschsprachigen Raum erntet der Film hauptsächlich wohlwollende Kritik. So bezeichnet der Guardian das Psychodrama als eine „meisterhafte Mischung aus Hitchcock, Horror und Therapiesitzungen“. Für Andrey Arnold von „DiePresse“ besteche der Film mit „meisterlichen Suspense-Szenen“, auch wenn das Drehbuch manche Schwächen habe.

Doch auch negative Kritiken wurden laut, wie die der US-amerikanischen Psychologin Dr. Michelle Stevens. Die Tatsache, dass Shyamalan eine Krankheit, unter der viele Menschen leiden, als schaurigen Unterhaltungswert nutzt, beleidige unzählige Betroffene und verbreite weitere ungerechtfertigte Vorurteile.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung empfindet den Film wiederum als „besonders wertvoll“: Unter anderem hält Split „einer liberalen, narzisstischen Gesellschaft den Spiegel vor, die überfordert ist, den Wolf im Menschen zu bändigen“. Daher steht einer Fortsetzung nichts im Wege. Mit dem Titel „Glass“ wurde sie für 2019 angekündigt.

Split ist ab 16 Jahren freigegeben. Einlass ist ab 19.30 Uhr.

14.08. / 20:45 / Theaterplatz

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