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Die Zukunft Kommt

The Future is still unwritten im Schauspielhaus Chemnitz

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The Future is still unwritten im Schauspielhaus Chemnitz

Im Februar hatte die neue Inszenierung des TheaterJugendClubs, eine Stückentwicklung, Premiere. Der Titel der Uraufführung, „The Future is still unwritten“, lockte mich ins Schauspielhaus in den Ostflügel.

Vier Jugendliche sitzen gemeinsam mit den übrigen Zuschauern auf ihren Plätzen in Erwartung dessen, was da kommen wird. Sie unterhalten sich über Essen, Strom, Speicherkapazitäten und darüber, wie viel oder wie wenig davon bei dem ein oder anderen vorhanden ist, und dass alles das permanent verfügbar sein sollte. Warten auf die Pizza, auf die Wiederaufladung des Handys, auf neues Datenvolumen wird als purer Stress empfunden. Wie gut, dass man sich nicht in Geduld üben muss, weil unverhofft ein Computerspiel ausprobiert werden kann, in dem es um nichts weniger geht, als die Welt von morgen. Anders, als mit einem adrenalinsteigernden Controller in der Hand scheinen sich die vier nicht motivieren zu lassen, sich mit der Welt von morgen auseinanderzusetzen. Eine schöne Idee, ganz im Sinne der Neurodidaktik, und um ganz sicher zu gehen, wird ein ums andere Level auch noch einer nach dem anderen der Protagonisten direkt ins Spiel hineingezogen.

Auf den unterschiedlichen Ebenen werden dann aber auch gleich die ganz großen Themen ausgepackt. Überwachung durch Big-Data, Künstliche Intelligenz, Umweltzerstörung. Im dystopischen Ausblick auf diese Bereiche rückt die Lust am Computerspiel in den Hintergrund, es geht nur noch ums nackte Überleben. Die direkte körperliche Erfahrung möglicher Schrecken, leider oft in Form prophetischer Anklagen vorgetragen, führt bei den Spielern tatsächlich zur Läuterung. Deren Ideen für mögliche Verhaltensänderungen nehmen sich, während die Pizza geliefert wird, allerdings ausgesprochen naiv aus: Plastiktüten weglassen, Zug fahren statt Fliegen, weniger Fleisch essen, den Apfel mit Druckstelle nicht wegschmeißen. Das wird nicht reichen, da bin ich mir sicher. Aber Hand aufs Herz, auch ich versuche mich seit einiger Zeit mit genau diesen kleinen Handlungen nützlich zu machen. Und ich will, nein, ich muss daran glauben, dass die Rettung der Welt mit dem Apfel der noch gut ist beginnt. Ob diese Inszenierung dem Publikum Anlass zum Umdenken gegeben hat, wage ich nur zu hoffen.

Text: Beate Düber, Foto: Theater Chemnitz/Nasser Hashemi

07. & 08.04. / Ostflügel, Schauspielhaus

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