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Ruf der Freiheit

The call of Neverland im Opernhaus

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Emilijus Milisaukas

Bei „Neverland” denkt jetzt vielleicht so mancher an kleine gruselige Geschichten aus der Michael-Jackson-Truhe. Doch „The call of Neverland” besinnt sich auf die ursprüngliche Bedeutung des Nimmerlandes, und was es mit uns, unseren Freiheiten und Ängsten zu tun hat.

Peter Pans orginales Nimmerland ist ein Raum der Fantasie, ohne Zwänge oder Verantwortung, wo unsere schönsten Träume plötzlich Wirklichkeit sind. Der Preis? Die volle Palette der Gefühlswelt. Verantwortung zu übernehmen, sich verbindlich für Freundschaften oder Beziehungen zu entscheiden, mag zwar von Zeit zu Zeit schmerzhaft sein, ist aber ein Teil des Lebens und macht letztenendes wahres Glück aus. Kein Licht ohne Schatten, man kennt das.
Das 21. Jahrhundert in unserem Breitengrad ist tatsächlich gar nicht so weit entfernt von diesem Märchen: Wir haben unfassbar viele Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten, uns zu entscheiden und zu entfalten. Man müsste meinen, alle hier taumelten glückselig von einer Erleuchtung in die nächste. Doch die Angst, etwas endgültig zu machen, etwas zu verpassen, und nicht zuletzt Einschränkungen durch gesellschaftliche Normen und Ansprüche, lassen diese traumhafte Seifenblase zerplatzen. Freiheit gegen Erwartungen, Genuss gegen sozialen Druck. Beim Versuch, alles mitzunehmen, kann so mancher gar nicht richtig leben.
In einem Solo Ballett drückt der litauische Tänzer Emilijus Milisaukas (Bild) die Zwiespälte aus, die sowohl in Peter Pans „Neverland” als auch in unserer Realität für Spannungen sorgen. Milisaukas wurde in Vilnius geboren, tanzte dort schon an der Nationaloper und an der Münchner Staatsoper, sowie in Leipzig. Seit 2011 brilliert er in Chemnitz in Inszenierungen wie dem Sommernachtstraum, Romeo und Julia und dem Dschungelbuch.

20.06./ 21:30/ Opernhaus

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