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Digital im Analog

Neue Gruppenausstellung in der e.artis Galerie

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Neue Gruppenausstellung in der e.artis Galerie

Die Gruppenausstellung „DIGITAL“ will streitbare Aspekte der Digitalisierung sichtbar machen.

Die Digitalisierung erleichtert uns oft den Alltag, innerhalb von Sekunden gelangen wir an Informationen und wir stehen mittels sozialer Netzwerke im regen Austausch mit unseren Mitmenschen. Wir kaufen Klamotten, treffen Freunde und werden permanent unterhalten. Die Schattenseiten dieser Entwicklung, wie Cyberkriminalität, Überwachung, Reizüberflutung und gestörte zwischenmenschliche Beziehungen, werden in den letzten Jahren jedoch immer sichtbarer.

Im Zuge des 10. Unternehmensjahres von e.artis, ursprünglich gegründet als reines Online-Auktionshaus, setzt sich die an der Theaterstraße befindliche Galerie kritisch mit dem Thema Digitalisierung auseinander. Sechs internationale Künstler und Künstlerinnen beschäftigen sich in der aktuellen Ausstellung mit der Datennutzung und den Auswirkungen auf interpersonelle Kommunikation und Selbstinszenierung.

Die Künstlerin Yvon Chabrowski hält zum Beispiel eine Frau in einem Bildschirm gefangen. Als Betrachter sieht man der eingesperrten Frau einfach nur zu, ohne handeln zu können. Die Künstlerin Bianca Kennedy hingegen beschäftigt sich in ihren 360 Grad Animationen mit Virtual Reality im privaten Raum. In ihrer Installation sitzt man als Galeriebesucher mit einer Virtual Reality-Brille in einer Wanne und badet in ihren Zeichnungen. Ein paar Schritte weiter präsentiert die Künstlerin Signe Pierce grelle und auffällige Fotografien. Sie selbst stilisiert sich in ihrer Kunst zur perfekt wirkenden Barbiepuppe. Sie spielt mit Klischees von Weiblichkeit, mit vermeintlichen Schönheitsidealen und entlarvt auf diese Weise stereotype Wahrnehmung.

Zu sehen sind auch Werke des aus Chemnitz stammenden Künstlers Max Münch, der durch seine Landschaftsfotografie auf Instagram berühmt geworden ist. Er verdient mittlerweile sein Geld zu großen Teilen als Influencer. In der Ausstellung wird sein erfolgreicher Instagram Feed nachgebaut. Bilder, die nur im digitalen Raum existieren, werden so in einer analogen Galerie präsentiert.

Für e.artis ist die Digitalisierung ohne Frage von Vorteil. Immerhin feiert sie in der Ausstellung auch das Jubiläumsjahr ihres gut laufenden Onlinehandels. Aber es zeigt sich, dass auch für die Betreiber die analoge Galerie wichtig ist, denn nur hier vor Ort hat man einen direkten Kontakt zu Menschen, denen dann eine echte Begegnung mit den Kunstwerken ermöglicht wird.

Text: Nina Kummer Foto: Galerie e.artis / Bianca Kennedy, VRAllinThisTogether

08.02. - 19.04. / e.artis

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