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In Auflösung

Die Handgriffe der Evakuierung im Ostflügel

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handgriffe der evakuierung

Die in Berlin lebenden Autorin Susanne Mewe zählt zu den meistbeachteten jungen Dramatikerinnen im Lande. Das Chemnitzer Theater bringt ihr aufwühlendes Drama "Die Handgriffe der Evakuierung" auf die Bühne.

Auflösungsprozesse sind es, von denen die Autorin Susanna Mewe erzählt. Ihre Figuren schweben in einer merkwürdigen Gemengelage aus Tat und Fremdbestimmtheit. Und all ihre Geschichten laufen auf einen Fluchtpunkt zu: die verzweifelt absurden Sicherheitsbemühungen und -versprechungen der absoluten Servicegesellschaft.

Da wären drei Stewardessen auf einem Langstreckenflug. Ihre Rolle zwingt sie, sich inmitten des sie umgebenden, unaufhörlichen Treibens dem Korsett genau choreografierter Bewegungsabläufe anzupassen.

Da wäre Rita, eine Literaturprofessorin. Sie verlässt das Korsett normalisierter Alltagsroutine, notgedrungen. Sie kämpft mit den Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung und gegen die Auflösung ihres Selbstbildnisses.

Und da wäre Gloria, die Geliebte. Sie passt in kein Korsett, wider Willen. Sie kämpft sich verbissen durch Studium und Job, immer in Erwartung eines alles umstürzenden Ereignisses, das sie aus ihrem orientierungslosen Leben herausreißen wird.

Die Autorin Susanna Mewe, Jahrgang 81, ist die Gewinnerin des Retzhofer Literaturpreises 2011, ein renommierter österreichischer Preis für NachwuchsdramatikerInnen. Das Schauspiel Chemnitz brachte bereits 2009 das damalige Gewinnerstück „Menschen bei der Arbeit“ von Henriette Dushe zur Uraufführung und führt diese Förderung der jungen Schreibenden mit der Uraufführung des 2011er Preisträgerstücks fort.

Für die Inszenierung ist die Regisseurin Alexandra Wilke, Absolventin der Hochschule Ernst Busch Berlin, verantwortlich. Sie brachte am Schauspiel Chemnitz zahlreiche Uraufführungen erfolgreich zur Premiere, darunter Anne Habermehls „Küss mich hinter Kaufhof“,  Johanna Kapteins „Die Fortsetzung oder Die Friseuse, die Finanzkrise und andere Fälle“ und „Menschen bei der Arbeit“ von Henriette Dushe. In der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater Heute“ erhielt sie zwei Mal nacheinander die Nominierung „Beste Nachwuchsregisseurin des Jahres“.

21.11. / 20:00 / Schauspielhaus, Ostflügel

 

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