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Hoffnungslos gut

Die Unteren 10k präsentiert: Fai Baba

„Die Unteren Zehntausend meint Bands, die weniger als Zehntausend Likes bei Facebook haben. Echter Hipster-Scheiß eben für ein studentisches Kennerpublikum, das es in Chemnitz nicht gibt.“

So der O-Ton eines Re:Marx Mitgliedes zu dieser neuen Veranstaltungsreihe, welche im Februar mit „Friends Of Gas“ startete und jetzt in die zweite Runde geht. „Die Unteren Zehntausend“ sind eine Kollaboration zwischen dem Chemnitzer-Blogger-Phänomens „Re: Marx“, ihren Hang zu Party, Pop und Poesie und dem nimmermüden Atomino.
„Die Unteren Zehntausend gab es schon vorher, die Idee, daraus eine Konzertreihe zu machen, entstand bei einem geheimen Treffen von Atomino und Re:Marx-Mitgliedern im Monk. Es roch nach Rauch und Fritteuse“, erklärt ein Re:Marx in einem kleinen Antwortschreiben an das 371.

Auch die Zielstellung umreißt Re:Marx dabei glasklar: „Das Booking ist bisher jedenfalls ziemlich hochwertig, ja eigentlich haben wir die Bands der Stunde gebucht. Wir wollen endlich selbst mal menschenleere Konzerte veranstalten. Da sind wir ein bisschen im Zwiespalt: wir mögen ja Menschen nicht so gerne, hoffen aber trotzdem, das welche kommen.“

Über das Jahr sind an die zehn Konzerte angedacht und bereits diesen Monat steht ein weiteres Schmankerl auf der Atominobühne und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn es spielt der Schweizer Musiker „Fai Baba“.

Der Züricher Musiker ist ein Phänomen und wie er wirklich heißt unerheblich bis unergründbar. Er selbst meint augenzwinkernd: „Ich habe viel Namen.“ Darum lassen wir das so stehen und gehen gleich in medias res, hin zur Musik.

Fünf Alben glänzen seit 2010 mit dem Schriftzug „Fai Baba“ Drei Platten davon, die er selbst als weird bezeichnet – Hauptbestandteile: Drumloops, Kassettenrecorder, Isolation-, dann eins mit einer kompletten Band, und das neuste: »Sad & Horny«. Und hier sind wir im Jetzt. Hier sind wir beim großen Entwurf. Denn selten klang ein Album aus Europa so sehr nach dem Sound der guten alten West-Coast-Pyschedelic. Und anders als der Titel es vermuten lässt, klingt dieses Platte weniger traurig, als lasziv und aufreizend. Diesem Tausendsassa ist eben nicht wirklich zu trauen und gerade das macht ihn und seine Band so sympathisch. Unbedingter Tipp!

23.3.17 /  20.00 Uhr / Atomino



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