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Superlative Mal Drei

Ballett-Dreiteiler Nordlicht

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Ballett-Dreiteiler Nordlicht

Dieser Ballett-Dreiteiler bringe, so die Theater Chemnitz, „choreografische Handschriften der Superlative“ in die Stadt: Mit Katarzyna Kozielska, Marco Goecke und Alexander Ekman hatten bei „Nordlicht“ nämlich drei der spannendsten Choreographen unserer Zeit ihre Finger im Spiel.

Die Aufführung beginnt mit düsteren Tönen und einer Uraufführung: „Unleash“ bringt 10 Tänzerinnen und Tänzer wie Marionetten gefangen an langen Seilen auf die Bühne. Unterlegt wird das ganze  von einem Monolog über Erfahrungen bei der US-Army der Musikerin Amber Ferenz. Die polnische Choreographin Katarzyna Kozielska, die in Beuthen an der  Staatlichen Ballettschule lernte und im Anschluss am Stuttgarter Ballett tanzte und choreographierte, lenkt damit den Fokus auf Fragen nach Stabilität und Sicherheit: Immer wieder verwirren sich die TänzerInnen, können sich am Ende jedoch aus eigener Kraft lösen.

Nach einer kurzen Pause geht der Ballett-Abend in eine zweite Runde. Marco Goercke, Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts, schuf „Suite Suite Suite“ 2008 für das Leipziger Ballett und nimmt hierin Johann Sebastian Bachs Werk auf eine eher ungewöhnliche Art und Weise unter die Lupe: In diesem Stück, untermalt von Bachs Orchestersuite Nr. 4 D-Dur, dominiert eindeutig der Humor. Begebenheiten aus dem Leben des Komponisten selbst fließen in die Handlung des Tanzstückes ein. Die Choreographie wurde unter anderem bereits in Rotterdam und Zagreb getanzt – nun bringt Goercke, der 2015 von der Fachzeitschrift „tanz“ zum Choreograph des Jahres gewählt wurde, seinen besonderen Tanzstil auch ins Chemnitzer Ballett. Zu eben jenen Glanzlichtern des Balletts gehört auch Alexander Erkmann. „Episode 31“, die den Abschluss des „Nordlicht“-Abends bildet, konzipierte er 2011 für die Ballett-Absolventen der renommierten Julliard School in New York. Einleitend zum Tanz wird den ZuschauerInnen im Opernhaus zunächst eine Videobotschaft gezeigt, in der die Tänzerinnen und Tänzer gemeinsam mit Ballettdirektorin Sabrina Sadowska in die Innenstadt ziehen und dort an öffentlichen Plätzen – in der Straßenbahn, vor dem Karl-Marx-Kopf, in einem Baum – ihre Choreographie tanzen. Natürlich stets unter den strengen Augen der verwirrten Chemnitzerinnen und Chemnitzer. Danach folgt die eigentliche Choreographie, ein heiteres, mitreißendes Stück. In der Videobotschaft wünscht sich Ballettdirektorin Sabrina Sadowska, dass die ChemnitzerInnen auf die Straße gehen und mittanzen. Spätestens nach dem Livetanz möchte man ihr zustimmen.

Text: Lisa Kühnert Foto: Nasser Hashemi

20.01. / 15:00 / Oper Chemnitz

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