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Auf Sinnsuche

Dialogfelder auf dem Sonnenberg

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Die Dialogfelder

Die „Dialogfelder“ locken mit Kunst etappenweise Menschen auf den Sonnenberg, damit diese sich vor Ort ihrer eigenen Augen, Münder, Nasen und Ohren bedienen.

Der Sonnenberg scheidet die Geister. Die einen sehen in dem Stadtteil vor allem Leerstand, Müll und soziale Brennpunkte – für die anderen ist es Hort der Freiräume, des Kreativen, ein Zuhause, der Kiez. Doch was ist nun des Stadtteils Kern?
Der Verein Klub Solitär hat sich in seiner aktuellen und dritten Auflage der „Dialogfelder“ entschlossen, sich dieser Frage auf sinnlicher Ebene zu nähern. Unter dem Motto „Von Sinnen“ hat der Verein Solitär Kunstschaffende eingeladen, sich
mit dem Stadtteil zu befassen. „Es heißt Dialogfelder, weil wir zu einem Thema in unterschiedlichen Disziplinen arbeiten, zwischen denen sich dann ein Dialog entspinnt“, erklärt Robert Verch, aus dem Vorstand des Vereins Klub Solitär, der das Format organisiert.

Konkret heißt das, dass etwa Wissenschaftler mit Kunstschaffenden und anderen zusammen arbeiten können. In diesem Jahr sind jedoch ausschließlich Künstlerinnen und Künstler zur Residenz eingeladen, um vor Ort ihre Beiträge zu schaffen. Geplant in diesem Jahr drei Dialogfelder, für die nacheinander jeweils Kreative für sechswöchige Residenzen eingeladen werden. Die letzte Residenzwoche dient jeweils der Präsentation der Werke.

Den Anfang machen die gebürtige Niederländerin Semâ Bekirovic und die derzeit in Berlin lebende Iréne Hug. Beiden gemein ist die Auseinandersetzung im und mit städtischem Raum durch künstlerische Interventionen oder Aktionen.
Diese bewegen sich in den Bereichen Typo-, Werbe- und Konzeptkunst. Die Residenz der beiden Künstlerinnen begann am 1. August und sie werden bis zum 13. September in der Stadt sein.

Vom 5. bis zum 11. September wollen sie ihre Arbeiten präsentieren. Zum Monatsende nimmt dann das nächste Künstlerduo seine Arbeit auf, das letzte wird bis Ende Dezember tätig sein. Die Veranstalter sehen in diesem Format, vor
allem aber auch im intensiven Austausch mit den eingeladenen Kunstschaffenden, auch positive Effekte für die eigene Arbeit. Wechselwirkungen mit den im Umfeld des Vereins angesiedelten Kunstschaffenden. „Die Dialogfelder bieten viel
Inspiration von außen – auch für die Menschen, die in unseren Ateliers arbeiten“, so Verch, Auch wenn die „Dialogfelder“ wohl die Frage nach dem Wohl und Wehe ihres Stadtteils nicht endgültig klären können und wollen, so legen sie mit ihrer
Veranstaltung zumindest die Richtung fest. Die Veranstalter versprechen. „Es wird eigensinnlich“.

dialogfelder.de

Text: Sarah Hofmann Foto: Mandy Knospe

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