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Kopfschmaus im Subbotnik

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Walter Benjamin

Auch wenn das Festival „Kantine“ zunächst nach kulinarischen Genüssen klingt, geht es vielmehr um Nahrung fürs Hirn. Vom 24. bis zum 30. August laden die Vereine WkB und Subbotnik erneut zu einer Woche voller Vorträge, Workshops und vielem mehr ein.

Ein Theoriefestival, was soll das bitte sein? Das Orgateam der Kantine Benjamin hat sich auf die Fahne geschrieben, ein solches zu veranstalten. Und das nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal. Bei der Kantine „Marx“ und der Kantine „Luxemburg“ wurde in den letzten beiden Jahren eine Woche lang dazu eingeladen, sich dem Leben dem Werk der DenkerInnen und AktivistInnen zu beschäftigen. Daher das mit dem Theoriefestival: auch wenn Musik und Kunst im Programm vertreten sind, liegt der Fokus auf den Vorträgen, Lesungen und Workshops.

In diesem Jahr will das Kantine-Team das Augen­merk auf den Philosophen, Kulturkritiker und Autor Walter Benjamin legen. Anlass dafür ist sein 80. Todesjahr. 1940 nahm er sich an der spanischen Grenze auf der Flucht vor den Nationalsozialisten das Leben. Walter Benjamin, dessen Aufsatz „Das Kunstalter im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ heute zum Standardprogramm vieler Kunsthochschulen gehört, lebte in düsteren Zeiten. Er war Zeuge des 1. Weltkriegs, der wirren Jahre der Weimarer Republik und des Aufstiegs der Nationalsozialisten, die sein Leben bedrohten, weil er Jude und Kommunist war. Für Benjamin stand aus diesen Erfahrungen die Frage im Mittelpunkt, wie sich ein „so weiter“ der Gesellschaft verhindern lässt. Verbunden war er in seiner Arbeit mit befreundeten DenkerInnen wie Theodor W. Adorno oder Bertolt Brecht.

Der Veranstaltungsort ist das Subbotnik, eine ehemalige Mensa in Bernsdorf. Daher das mit der Kantine. Das mitten in einer riesigen Grünfläche gelegene Gebäude bietet sowohl viel Platz für die Vorträge, aber auch Raum zum ausruhen und diskutieren auf der Wiese nebenan. Neben dem eher theoretischen Teil, indem es beispielsweise um Benjamins Auseinandersetzung mit dem Flanieren gehen wird, wird es wieder auch Musik, Filme und eine kleine Ausstellung geben. Die Veranstalter*innen der Kantine „Benjamin“ betonen, dass ihr Hygienekonzept eine entspannte Teilnahme ermöglichen soll. Also: Schaut euch doch am besten selbst einmal an, was es mit diesem Theoriefestival und dem Subbotnik auf sich hat.

Das Programm der Kantine „Benjamin“ und mehr findet ihr auf www.kantine-festival.org

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