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Vom Club zum Label

Bands nutzen Club als Tonstudio

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Drei Männer spielen Instrumente

Mit seinem Soli-Sampler hilft das Tesla sich selbst und Flüchtenden in Griechenland.

Die kleine Schwester macht wieder Randale in der Stadt. Also natürlich nur die voll nette Art Randale, bei der sich die Nachbarn nicht beschweren müssen. Die Schwester heißt Balboa und hat gerade ihren ersten Geburtstag gefeiert. Während der große Bruder Nikola Tesla wegen Corona noch ne Entschuldigung von den Eltern hat. Und, so befürchtet Erzeuger Sir Henry, dass er auch für den Rest des Jahres wahrscheinlich keine Freunde mehr zu sich einladen darf. Damit ihm nicht langweilig wird, während im Balboa Außengastrobereich Gott sei Dank wieder die Negronis und Whiskey Sours fließen, hat der Tesla ein neues Hobby: Musik machen.

Es ging natürlich damit los, dass die Tesla-Crew kein Einkommen hatte aber auch nicht einfach nur nach Geld fragen wollte. Und so ein Soli-Sampler ist zwar keine neue Erfindung, aber immer noch eine echt gute Idee, wenn es um gute Musik geht. Das Besondere an diesem Sampler ist, dass da nicht nur Tesla drauf steht (eigentlich weiß ich jetzt gar nicht, ob das da irgendwo drauf steht - kauft den mal lieber und guckt nach) – das Besondere ist, dass der Sampler schwer nach Tesla klingt, weil er nämlich live dort eingespielt wurde. Flatty, der Haustontechniker, hat im Mai in drei Sessions mit je zwei Bands jeweils zwei Songs im Club aufgenommen. Der rohe Sound der Location war ihnen dabei wichtig. Weswegen die Aufnahmen wie ein Konzert mikrofoniert und mit Raumklang angereichert wurden. Zusammen sind das dann 12 teils unveröffentlichte Tracks von Suralin, Integral, Mvrmansk, L‘appel Du Vide, Beam Orchestra und Nowaves. Die kommen jetzt auf ein Tape.

„Wird schick werden“, sagen die Macher. Und wenn es schick genug wird, ist das auch der erste erfolgreiche Schritt auf dem Weg zu einem neuen Angebot des Clubs. Der ja, wie gesagt, wohl in diesem Jahr kein Club mehr sein wird und deshalb jetzt auch für Musikauf­nahmen zur Verfügung steht. Erste Anfragen von Bands gibt es schon. Um das Angebot abzurunden, hat sich das Team gleich eine Siebdruckmaschine angeschafft, so könnt ihr noch den passenden Merch zur Aufnahme und Produktion eures Albums mitnehmen. Damit das neue Label komplett wird, fehlte also nur noch der Name: „It‘s 11 Records“.

Ab August könnt ihr die erste Produktion von It‘s 11 dann als Kassette im Underworld oder Balboa erwerben oder auch als Download, wenn euer Smartphone noch kein Kassettendeck hat. Und weil Soli durch Zusatzsoli noch besser wird, gehen 3 Euro von jedem Tape an die Hilfe für Flüchtlingscamps in Griechenland.

Text: Michael Chlebusch Foto: It‘s 11 Records

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